A (Vampire) Dream Come True - 24. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
24. Kapitel: Wahrgeworden(er) Albtraum

Bellas POV

„Edward“, stöhnte ich kraftlos. Mir war schlecht, mein ganzer Körper fühlte sich schwer an, mein Herz war das einzige was ich wirklich spüren konnte. „Charlie.“
„Ich bin hier, Kleines“, antwortete die vertraute Stimme meines Vaters. „Ich bin hier. Alles wird gut.“
Edward schnaubte. „Genau das ist der Grund warum nicht alles gut wird.“
Der Hass in seiner Stimme war unüberhörbar und ich erinnerte mich an das Gefühl, was jetzt – da ich daran dachte – wieder zurück kam und mich aufzuspießen schien.
Meine Welt stand Kopf, denn Charlie hatte hier nichts zu suchen. Nicht, dass ich ihn nicht gerne dabei gehabt hätte, aber seine Anwesenheit war einfach falsch, brachte Unglück und würde mich mit hinein reißen.
„Halt den Mund, Vampir“, fauchte Charlie Edward an.
Ich erstarrte. Charlie wusste es! Verdammt, er wusste, dass Edward ein Vampir ist. Woher? Nein, dass durfte nicht sein.
Dann drang eine andere Erkenntnis durch mein Unterbewusstsein. Der Tonfall, so vor Hass verzehrt, noch offensichtlicher als Edwards, war bereits schon einmal an mein Ohr gedrungen. Und das war keinesfalls eine Situation in der ich vergessen hatte aufzuräumen oder zu spät aufgestanden war um zur Schule zu kommen.
Du perverser Blutsauger, hatte diese Stimme gesagt.
Entsetzt riss ich meine Augen auf. Da war ein Mann gewesen. Eine geladene Waffe. Ein Schuss. Und dann nur noch Dunkelheit.
Doch ich wusste, dass ich mich in diese Kugel geworfen hatte, damit Edwards Leben geschützt blieb.
Das konnte unmöglich Charlie gewesen sein!!! Ich weigerte mich das zu glauben.
Ich lachte auf. „Ich muss verrückt sein solche Schlussfolgerungen zu ziehen.“
Ich sah jeden einzelnen im Raum an. Edward an meiner rechten Seite hatte die Miene eines angespannten Mannes, dessen Welt drohte zerstört zu werden. Charlie dagegen war nur auf mich fixiert, seine Wangenknochen arbeiteten wie wild, als müsse er etwas mit Gewalt dort lassen, wo es mich nicht verletzten konnte.
Hinter dem Sofa, auf dem ich lag, wie mir nun klar wurde, standen Alice und Esme und sahen mich an, als wäre ich gerade zu einem Serienkiller mutiert. Ein Mann mit blonder Wuschelmähne und ausgeprägter Muskulatur stand beschützend hinter Alice. Ich kannte ihn nicht, aber so, wie Alice sich bei ihm anlehnte, war er sicherlich ihr Partner. Er gab ihr einen leichten Beruhigungskuss. Kein Zweifel, dass war ihr Partner.
Edwards Adoptivvater erblickte ich zuletzt. Carlisle stand konzentriert und bis aufs äußerste angespannt neben den Glastrümmern, die... Nein! Das war nicht Charlie gewesen!
Ich versuchte die ganze Wahrheit aus Charlies Gesicht zu saugen. Er sollte mir sagen, dass ich recht hatte und meine Erinnerung falsch war. Doch er würde es mir nicht sagen. Nein, ganz im Gegenteil. Er und Edward waren einer Meinung... Und sie hassten sich, was die Atmosphäre im Raum nicht nur alleine aufklärte, ebenso wenig ihre bösen gegenseitigen Blicke. Es war das Wissen in den Mienen von Alice, Esme und Carlisle.
Mein Kopf wollte sich von meinem Hals lösen, durch einen anderen ersetzt werden und alles vergessen!
Ich hätte ab dem Punkt gewarnt sein sollen, an dem ich erfahren hatte wer – oder besser gesagt was – Edward wirklich war. Es war noch nie gut gewesen sich auf einen Vampir einzulassen. Alle meine Buchfreundinnen hatten mich gewarnt, aber ich hatte nicht darauf gehört.
Ein wahrgewordener Albtraum!
Luna hatte es erlebt. Sie war die jenige, dessen Zukunft ihr das Happy End verweigert hatte. Sie war genauso wie ich gewesen. Ein Buchjunkie, der Vampirbücher verschluckte und dessen Realität durch die Hölle ersetzt worden war.
Als Edward mich gefragt hatte welche Buchgeschichte auf uns zutreffen könnte, hatte ich ihm eine andere genannt, weil „Todesbiss eines Vampirjägers“ kein Happy End hatte und ich weder ihn noch mich abschrecken wollte.
Ich hatte mit Luna geweint, um sie getrauert und das Buch nie wieder angerührt. Der Autorin wünschte ich die Pest an den Hals, dass sie meine Lieblingsfigur einfach ausgelöscht hatte. Dabei war Lunas Geschichte die Beste gewesen, die ich je gelesen hatte.
Ein wahrgewordener Albtraum!
Die entscheidende Frage war: Wie sollte ich jetzt mit den Trümmern umgehen?
„Bella“, sagte Edwards Stimme in sanftem Flüsterton, darum bemüht, dass nur ich ihn hören konnte. „Ich wollte dich nie in diese ganze Sache mit hineinziehen. Hätte ich gewusst wer dein Vater ist hätte ich dich sofort verlassen. Wir wären aus Forks weggezogen.“
Zum ersten Mal wurde Charlies Rolle in diesem Spiel deutlich ausgesprochen, aber es waren Edwards andere Worte, die mich hellhörig und nachdenklich machten.
„Hättest du mich denn so einfach verlassen können?“, fragte ich mit tränenerstickter Stimme. „Hättest du einfach so gehen können, ohne mich jemals wiedersehen zu wollen?“
Edward verkrampfte sich. „Von wollen ist erst gar nicht die Rede. Ich muss.
Das war nicht die Vergangenheitsform. Das Wort muss sprach meine größten Ängste aus, die nun wie Flammen in mir aufloderten. Ich hatte es noch vor mir...
Ich schüttelte wild den Kopf, klammerte mich krampfhaft an Edwards Hemdsärmel fest.
„Du darfst nicht gehen“, sagte ich schwach. Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten und ich wollte es auch nicht, denn Edward sollte meine ungefilterten Emotionen verstehen.
Wenn er jetzt nicht verstand, wie wichtig er mir war und das ich unmöglich ohne ihn leben könnte, dann wusste ich gar nichts mehr. Dann wäre alle Wärme, Liebe und vor allem das Vertrauen für immer von dieser Welt – meiner Welt – verschwunden.
Edward sah mich traurig an. „Bella, es gibt keine andere Chance. Entweder wir sterben zusammen oder wir verschwinden zusammen.“
„Bella bleibt hier“, meldete sich Charlie wieder zu Wort. Jeder Buchstabe hielt ein Hackebeil in der Hand und versuchte auf Edward einzuhacken, aber wie zuvor in die Kugel, warf ich mich auch in das Beil.
„Charlie“, sagte ich. „Erklär mir das alles. Bitte.“ Ich wollte es nicht hören, wusste nicht ob ich stark genug für diese Worte war, aber ich steckte schon so tief im Schlamm, dass ich mir die Schuhe eh endgültig versaut hatte und nichts dagegen sprach sie noch weiter zu versauen – nur die eisige Kälte in meinem Körper verschlimmerte sich und steigerte meine Panik.
„Alice, Esme, geht mit Jasper und Carlisle. Rosalie, Emmett? Packt schon mal das wichtigste zusammen.“ Edwards Stimme war nicht länger zu deuten. Es klang kühl, abgeklärt und ohne jegliche Reaktion. „Bella“, sprach er mich nun mit dem selben Ton an. „Willst du bei mir bleiben?“
Charlies Protestgefuchtel ignorierend setzte ich mich auf und legte meine Hand auf Edwards totes Herz.
War er, weil sein Herz nicht mehr schlug, tot genug um über Leichen gehen zu können? Könnte er tatsächlich über meine Leiche steigen, mich vergessen und nie wieder zurückblicken? Ich versuchte es aus seinen Augen zu lesen, aber es war nicht richtig. Das, was ich sah, wollte mein Verstand erst gar nicht aufnehmen, nicht darüber nachdenken und es schon gar nicht akzeptieren.
„Ich will bei dir bleiben, Edward“, sagte ich. „Nur wo du bist, bist ich vollständig.“
„Dann packe ich dir ein paar Sachen zusammen“, erwiderte er ohne zu zögern, stand auf, aber da hatte sich Charlie ihm schon in den Weg gestellt.
„Nur über meine Leiche“, fauchte er.
„Mit Vergnügen“, antwortete Edward sarkastisch, sprang auf ihn zu und in dem Moment wo ich aufschrie, rammte Edward Charlie seinen Fuß in den Bauch. Charlie schwankte und kippte wie ein Kartoffelsack nach hinten.
Sofort sprang ich auf, ignorierte meinen körperlichen Schmerz und versuchte alles um mich gegen den seelischen Schmerz zu stemmen.
„Charlie“, kreischte ich und kniete mich neben ihn. „Edward, warum hast du das getan?“
„Er hat dich angeschossen“, kreischte Edward zurück. „Dein eigener Vater hat dich angeschossen.“
„Aber das wollte er doch eigentlich gar nicht“, verteidigte ich ihn.
Edward sah mich nur ungläubig an. „Du hast schon verstanden, dass dein Vater ein Vampirjäger ist?“ Es klang kaum wie eine Frage, eher wie ein Befehl. Ich nickte stumm mit dem Kopf. „Und du erinnerst dich an den Zeitungsartikel, was in Los Angeles passiert ist?“ Wieder nickte ich. „Das waren Kollegen deines Vaters. Vampirjäger, Bella. So was, was dein Vater heute Nacht versuchen wollte, haben anderer seiner Art in LA vollendet.“
„Nein“, schrie ich verzweifelt. Mit den Gräueltaten in LA wollte ich Charlie nicht in Verbindung bringen. Ich weigerte mich mir vorstellen zu müssen, dass mein eigener Vater zu so etwas fähig wäre.
Edwards Stahlblick wurde noch härter. „Du willst nicht sehen, was dieser Mann ist.“
„Er ist mein Vater!“
„Ist das deine Entscheidung?“
„Was für eine Entscheidung?“, schrie ich ihn an. Das alles konnte nicht wahr sein. Mein Hass war nicht zu erklären. Und er richtete sich plötzlich gegen Edwards Worte.
„Ein Vampir kann nicht ohne Folgen in der Nähe eines Vampirjägers leben.“
„Das ist doch totaler Blödsinn“, fauchte ich. „Edward, Charlie ist kein schlechter Mensch!“
„Er ist ein Vampirjäger!“
„Und du bist ein Vampir!“ Kaum waren die Worte ausgesprochen, wusste ich welchen fatalen Fehler ich begangen hatte. Edward wollte eine Entscheidung und so wie es offensichtlich aussah, sollte ich mich zwischen ihm und Charlie entscheiden. So, wie Edward mich nun anschaute, schien er meine Entscheidung bereits rausgehört zu haben ohne das ich eine getroffen hatte.
„Dann leb wohl, Bella.“
Edward drehte sich um.
„Nein, Edward, bitte, warte.“ Er blieb kurz stehen, drehte sich aber nicht um. „Ich liebe dich.“
„Und ich dich, Isabella Swan. Für immer.“
Er lief einfach weiter ohne das ich ihn aufhalten konnte. Ich war wie gelähmt, obwohl jede Zelle meines Körpers verlangte hinter ihm her zu rennen.
Edward war weg...
Und ich? Ich war auch schon weit weg.
An einem Ort, wo das alles nicht passiert war, nicht zählte...
Nur noch unterbewusst nahm ich die Hand war, die mich stützte...

© 2009 by Blutmädchen

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