A (Vampire) Dream Come True - 23. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
23. Kapitel: (Quälende) Ungewissheit


Bellas POV

Ich erwachte buchstäblich aus einem Albtraum.
In meinem Traum selbst war Edward gewesen, aber auch Charlie und sie hatten sich über irgendeine Sache gestritten, die ich nicht mitbekommen hatte. Doch die Beiden jetzt real vor mir zu sehen, wie sie sich gegenseitig anschauten um gleichzeitig am meisten meiner Aufmerksamkeit einzufordern, zeigte mir doch, wie scheußlich dieser Albtraum noch werden würde – und das ohne den Schutz des Schlafes...
Ich sah wie sie ihre Lippen bewegten, aber meine Ohren empfingen gar nichts. Da war nur eine Stille in meinem Kopf, die so stark auf mein Gehirn drückte, dass ich dem Platzen nahe war. So gerne wäre ich aufgestanden um den Beiden von Angesicht zu Angesicht begegnen zu können, doch irgendeine starke unsichtbare Hand verhinderte das und hielt mich unten. In dieser Position fühlte ich mich schutzlos. Jeden Moment könnten große Gesteinsbrocken auf mich niederprasseln und mich unter sich begraben. Ich war eindeutig verloren. Was man gut in Edwards und Charlies Miene deuten konnte.
Ich hatte keine Ahnung was es war, aber ein innerer Instinkt verlangte zu fliehen, sich in Sicherheit zu bringen und nie wieder mit Beiden ein Wort zu wechseln. Aber Edward war doch erst gerade mein Freund geworden und Charlie war mein Vater! Ich verstand den wütenden und traurigen Ausdruck nicht, der auf Charlies Gesicht lag. Edwards Miene ließ sich leichter deuten. Wenn er mich ansah, dann war da Traurigkeit, bei Charlie die blanke Wut. Charlies Gefühle waren vermischt und ich hatte das schreckliche Gefühl er würde mich anschreien, wenn er nicht um meine Sicherheit besorgt wäre. Denn genau das bedeutete sein Ausdruck: Er hatte Angst um mich. Aber da war noch mehr. Hatte er etwa auch Angst vor mir? Ausgeschlossen!
Ich zwang meine Hände sich zu bewegen, wollte ihrer beiden tröstenden Wärme spüren und das Wissen, dass sie mich beide beschützen würden. Doch so wie es jetzt aussah würden sie mich in die Knie zwingen. Woher ich das wusste, wusste ich nicht, aber ich wusste es. War mir mehr als sicher. Und das war verdammt beunruhigend!
Irgendein Körperteil musste doch funktionieren? Bein? Nein. Arm? Nein. Nicht einmal der kleine Finger. Das musste das Tor zur Hölle sein, vor dem ich stand. Anders ließ sich meine Panik, die in mir hoch kroch nicht erklären. Zumal ich nicht wusste, woher diese Panik kam. Ich war völlig ratlos.
Keine körperliche Reaktion, nur meine Augen bewegten sich zwischen Edward und Charlie hin und her, die immer noch mit mir – oder mit sich – sprachen. Es war wichtig, dass ich wusste, was sie mir zu sagen hatten, warum hörte ich also nichts? Waren meine Ohren zerfetzt worden bei –
Nein, schrie ich aus, ohne irgendeinen Ton zwischen meinen Lippen hervorzupressen.
Meine Erinnerung kehrte zurück und das mit voller Wucht!
Da war dieser Mann gewesen. Höchstwahrscheinlich ein Vampirjäger, denn er hatte das Wort „Blutsauger“ verwendet und wer außer mir wusste schon, dass die Cullens Vampire waren? Also... Der Mann hatte eine Waffe gezogen und auf Edward gezielt. Wie ihn Zeitlupe hatte ich diesen Angriff wahr genommen und das einzige, was ich dachte war: Bitte nicht Edward! Mein Körper hatte sich auf den Befehl meines Gehirns selbstständig gemacht und sich in die ungefähre Flugbahn der Kugel geworfen. Konnten Vampire denn von einer Schusswaffe verletzt werden? Ich wusste es nicht, aber vielleicht war es möglich und ich wäre niemals das Risiko eingegangen Edward zu verlieren – nicht, da ich ihn gerade erst gefunden und für mich gewonnen hatte. Ich wusste aus manchen Büchern, dass es spezielle Munition gab mit der man einen Vampir töten konnte.
Vielleicht war auch diese Kugel aus speziellem Material gewesen und die Wirkung dessen hielt mich lähmend am Boden. Ich musste ohnmächtig gewesen sein, aber ich erinnerte mich nicht. Auch erinnerte ich mich plötzlich nicht mehr an den Schmerz, aber mein Gehirn sagte mir, dass ich Schmerzen gehabt hatte. Im Bauchbereich. Vorsichtig versuchte ich meine Hand auf die Stelle zu legen an der ich den Einschuss vermutete, aber ich konnte mich nach wie vor keinen Zentimeter bewegen.
Verzweifelt sah ich nun Edward an. Er schien gesund zu sein. Gott sei Dank hatte er nichts abbekommen. Was war ich froh.
Für ihn würde ich jeden Schmerz der Welt auf mich nehmen. Ich würde bereitwillig in jede Kugel springen, die drohte dem Liebsten meiner Welt wehzutun. Und es war mir egal welchen Schaden ich nahm – so lange Edward bei mir war. Die Möglichkeit dabei zu sterben hatte – und wollte ich nach wie vor – nicht in Betracht ziehen. Wenn ich wieder reden konnte, sollte ich das jedoch nicht sagen – das verriet mir mein Gefühl.
Edwards Miene wurde weicher als er mich ansah, aber die Traurigkeit war immer noch da, und schlimmer noch, sie hatte eine neue Note bekommen: Bitterkeit.
Aus den Augenwinkeln nahm ich Charlies wütendes Gesicht war, dass schreien musste, den schnell aufeinanderpressenden Lippenbewegungen nach zu urteilen. Er sah nicht mich an, sondern Edward.
Ich erinnerte mich an das erste Aufeinandertreffen der Beiden vor der Schule. Wie peinlich das für mich gewesen war, als mein Vater ganz offensichtlich einen Verkupplungsversuch gestartet hatte.
Und ich erinnerte mich daran, wie Charlie lachend sagte: „Endlich mal ein normaler Mensch.“
Oh Gott! Wusste er, dass Edward ein Vampir war? Wenn ja, dann ließe sich sein Gesichtsaudruck ziemlich gut nachvollziehen.
Viele Fragen schossen mir gleichzeitig durch den Kopf. Fragen, die ich nicht stellen konnte – noch nicht. Bitte, bitte, bitte, ich will endlich wieder sprechen.
Ich musste diese quälende Ungewissheit loswerden.
Ich musste hören, dass Charlie nicht wusste, das Edward ein Vampir war.
Ich musste hören, dass Charlie nur sauer auf Edward war, weil ich angeschossen wurde und Edward somit nicht aufgepasst hatte.
Ich musste hören, dass Edward mich immer noch liebte und für immer bei mir blieb.
Denn aus irgendeinem Grund saugte meine Sorge ein neues Gefühl auf. Die Angst vor dem Verlassenwerden. Als hätte ich nur noch diese eine Chance mir Edwards Gesicht in allen Einzelheiten einzuprägen. Nein, dachte ich schnell und schüttelte den Gedanken schnell ab.
Es gab keinen Grund zur Sorge! Wenn ich endlich wieder hören und sprechen konnte, würde ich hören, was jetzt nicht zur mir durchdrang.
Dass Edward mich liebte.
Dass Charlie sich für mich freute.
Dass ich keinen Grund zur Sorge hatte.
Dass alles in bester Ordnung war.
Doch für all diese Wünsche gab es keine Chance in Erfüllung zu gehen – das sagte mir wieder mein Verstand.
Ich hatte die ganze Zeit falsche Schlüsse gezogen.
Auf einmal wollte ich nie wieder sprechen können...
Nie mehr hören müssen...
Denn ich wusste, mit meinem Körpergefühl kam auch die Realität zurück und ein Blick in Edwards Miene sagte mir, dass sie hart und kraftvoll zuschlagen würde...

© 2009 by Blutmädchen

zum 24. Kapitel

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