A (Vampire) Dream Come True - 2. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
2. Kapitel: Der erste (Horror) Schultag

Bellas POV

Mit dröhnendem Kopf wachte ich am nächsten Morgen auf. Ich hatte traumlos geschlafen, aber irgendwas beschäftigte mich – wenn ich nur gewusst hätte, was mich beschäftigte. Ich grummelte und stiefelte ins Bad. Nach einer Dusche würde es mir garantiert besser gehen.
Mein Anblick im Spiegel war ein Schock. Meine Augen waren völlig zu, rote Ränder lagen darunter, meine Haare waren verknotete und meine Lippen rauer als je zuvor – man konnte schon die Haut abpellen. Normalerweise sah ich so nach einer durchzechten Nacht mit meinen Büchern aus, aber das konnte ja jetzt nicht sein. Charlie würde mir das ganz sicher nicht glauben.
Langsam trottete ich die Treppen runter und fiel prompt über das liegengebliebene Paar Schuhe am Treppenende. Willkommen in Forks, Bella, dachte ich wütend. „Ich habe dir doch gesagt du sollst die Schuhe wegräumen, sonst fällst du noch drüber, hoffentlich war das jetzt Warnung genug“, begrüßte mich Charlie.
„Dir auch einen guten Morgen“, grummelte ich und setzte mich an den Tisch.
„Und, schon nervös vor deinem ersten Tag in der neuen Schule?“, fragte er mich. Ich grunzte unwillig, was gar nicht beabsichtigt war, es war ein automatisches Geräusch, was ich morgens – ich war ein totaler Morgenmuffel – nie unterdrücken konnte.
Schweigend frühstückten wir. Morgens war ich immer eine tickende Zeitbombe und erst nach dem Frühstück konnte man ernste Konversation mit mir führen.
„Zieh dich an, ich fahr dich dann zur Schule“, sagte Charlie und ich trottete nach oben, wobei ich fast wieder über die Schuhe stolperte, die ich zuvor an den Treppenrand gestellt hatte, woraufhin ich aufgab und sie mir direkt anzog. Oben vor meinem Kleiderkarton blieb ich genervt stehen und wühlte eine Weile darin herum. Das war das erste, was ich tun musste, bevor ich mich an den Bettaufbau machte: Kleiderschrank aufbauen und Kleidung einsortieren. Ich hasste es, alles was ich zuvor gefaltet hatte, nun zerknüllen zu müssen. Als ich die Jeans in die Hand nahm schrie ich genervt auf. Die Schuhe schon an den Füßen blickte ich an meinen nackten Beinen rauf und runter. Wäre auch mal eine Idee so zur Schule zu gehen. Ich war zwar tollpatschig und manchmal ziemlich trottelig, aber so verpeilt wie ich am heutigen Tag war, war es selbst für mich ungewohnt.
Als endlich alle Kleidungsstücke ordnungsgemäß an ihrem richtigen Platz waren schnappte ich mir meine Schultasche und ging nach unten. Charlie wartete schon auf mich.
Ich machte mir zum ersten Mal darüber Gedanken, was mich an meiner neuen Schule erwarten könnte. Forks war nichts im Vergleich zu Phoenix, aber als mein Dad hier einen Job angeboten bekam – er wollte weg aus der Großstadt – zögerte er keine Minute und sagte sofort zu. Nach meiner Meinung wurde gar nicht gefragt. Da ich die Alternative kannte, die da wäre zu meiner Mutter und ihrem neuen Mann, der Baseball spielte, zu ziehen, hatte ich mich für Forks entschieden. Lieber Dauerregen als Sportveranstaltungen. Beides war schlimm für mich, aber gegen den Regen konnte man was tun. Regenfeste Kleidung und Regenschirme. Wie konnte man sich vor Sport schützen? Gar nicht – also! Eins zu Null für Forks.
Bei der Schule angekommen beäugte ich skeptisch das Gebäude. Meine neue Hölle. Darin lauerten lauter neue Leute, die mich den ganzen Tag anstarren würden als wäre ich ein Löwe im Zoo, das würde nicht angenehm werden, aber da musste ich jetzt durch.
Ich verabschiedete mich von Charlie, der mir lächelnd viel Glück wünschte. Ich schnitt hinter seinem Rücken eine Grimasse. Dadurch, das es an meinem ersten Tag nicht regnete, hatte ich meine Glücksration schon aufgebraucht und ich brauchte nicht darauf hoffen noch mehr Glück haben zu können.
Wiederwillig trottete ich zum Sekretariat um mich anzumelden.
Als ich zur ersten Stunde ging hatte es leicht angefangen zu regnen. Toll, dachte ich und stampfte schnellen Schrittes ins Gebäude, das Glück war ja echt von ganz minimaler Dauer. Im Gebäude öffnete ich meinen Pferdeschwanz und ging zu meiner ersten Stunde. Mathe bei Mr. Bates. Es ging also direkt mit meinem zweitgehassten Fach los. Meine neuen Mitschüler glotzten mich an, als wäre gerade ein Alien erschienen.
Im Unterricht verhielt ich mich so unauffällig wie möglich, auch wenn ich mehrfach aufgerufen wurde und ein paar falsche Antworten gab.
Der ganze Schultag zog und zog sich. Geschichte und Biologie waren noch schlimmer als langgezogenes Kaugummi.
In der Pause lief ich zur Cafeteria und holte mir Wasser und einen Salat. Appetit war Mangelware, gerade auch weil ich an mein nächstes Fach dachte: Sport. Mein Hassfach Nummer Eins! Ich stöhnte und stocherte in meinem Salat herum.
„Hallo. Du bist die Neue?“, sprach mich plötzlich ein Mädchen mit schwarzen wilden Locken an und setzte sich unaufgefordert zu mir. „Ich bin Jessica, Hi, wie heißt du?“ Mit offenem Mund schaute ich sie unentwegt an. An Selbstbewusstsein herrschte bei ihr offensichtlich kein Mangel.
„Ähm“, stotterte ich. „Bell... Bella heiße ich.“ Meine Stimme versagte.
„Freut mich dich kennen zulernen, Bella. Und wie gefällt es dir hier?“
Selbstbewusst und direkt. Oder war ich einfach nur zu schüchtern und bildete mir automatisch ein alle anderen Menschen wären genauso?
„Darüber habe ich mir noch keine Meinung gebildet“, gab ich zurück und sah den Teufel vor mir, wie er der Liste meiner Lügen einen weiteren Strich hinzufügte.
„Du wirst dich garantiert schnell eingewöhnen. Wenn du Fragen hast komm einfach zu mir. Ich helfe dir gerne dabei dich in der Tratschwelt zurechtzufinden.“ Jessica zwinkerte mir zu und stand auf. „Bis dann“, verabschiedete sie sich, ging auf einen Jungen mit Milchgesicht und Stachelfrisur zu und küsste ihn ohne Hemmungen. Ein paar Mädchen kicherten und drehten sich schnell weg.
Na super, dachte ich, da war ich ja auf einer tollen Schule gelandet. Auch wenn es solche Teenager-Liebesgeschichten mit allem drum und dran an meiner alten Schule gegeben hatte – hier achtete ich vielmehr darauf. Warum eigentlich?
Augenverdrehend ging ich zur Sporthalle. Isabella Swan, hör auf über so einen Mist nachzudenken, verordnete ich mir und lief schweren Herzens zur Sporthalle. Hatte ich etwa Beton an den Füßen, oder warum kam ich nur so schleppend voran?
Ich machte mir nichts vor: Sport würde der Höhepunkt dieses schrecklichen Tages werden.
Ich ging in die Kabine und meldete mich beim Sportlehrer, einem muskelbepackten, großen Mann mit Schnauzbart. Komisch sah er jedenfalls aus, hoffentlich war er nett. Coach Clapp gab mir Sportsachen und ich zog mich schnell um.
„Bald haben wir ein Handballturnier und dafür suchen wir nur die Besten“, begann Coach Clapp doch er wurde von einem lauten Lachen in der Ecke unterbrochen.
„Hey Edward, schlag ein Bruder, unsere Stunde ist gekommen“, lachte ein großer dunkelhaariger Junge. Er war riesig und kräftig. Irgendwie erinnerte er mich an einen Bären. Direkt neben ihm stand ein, ihm Vergleich zu dem anderen Jungen, schmächtiger, aber dennoch kräftiger Junge mit verwuschelten bronzefarbenen Haaren und lachte, klatschte aber nicht ein.
Coach Clapp stimmte in das Gelächter mit ein. „Emmett hat euch hoffentlich einen guten Anreiz gegeben heute an eure Leistungsgrenze zu gehen.“
Emmett, was für ein Name, schoss es mir urplötzlich durch den Kopf. Und der Junge neben ihm hieß Edward? Noch bescheuerter. Wie konnte man den ein Kind, was Ende des neunzehnten Jahrhunderts geboren wurde, Edward nennen? Der Name hätte eher in eine frühere Zeit gepasst.
Doch, Name hin oder her, sein Anblick fesselte mich. Er sah unglaublich gut aus. Sein Gesicht hatte etwas markantes und, was mir jetzt erst auffiel obwohl ich ihn schon eine Weile betrachtete, goldfarbene Augen. Gold? Wow, tatsächlich.
Coach Clapp holte mich aus meinen Gedanken. „Ich teile euch dann jetzt in zwei Teams ein.“ Er ging herum und verteilte Leibchen – ich bekam auch eins.
Handball... Es kam also schlimmer, als ich es mir je hätte vorstellen können.
„Miss Swan, sie gehen hier rüber“, forderte mich Coach Clapp auf. Ich ging auf meine zugewiesene Position und stand plötzlich dem gutaussehenden Jungen namens Edward gegenüber. Er war im gegnerischen Team. Meine Panik wuchs. War er wirklich der beste Handballspieler? Warum, verdammt noch mal konnte mich Coach Clapp nicht in sein Team einteilen? Am liebsten hätte ich die weiße Flagge gehisst, vor allem nachdem ich ein Grinsen über Edwards Gesicht huschen sah. Er schaute mich geradeheraus an und grinste. Es hatte etwas leicht überhebliches, aber irgendwie konnte ich seinem Blick nicht ausweichen. Er hatte etwas hypnotisches an sich, etwas, was mich auf magische Weise anzog. So ein Gefühl war mir völlig fremd. Was ging bloß in meinem Körper vor? Meine Wangen mussten scharlachrot glühen, meine Hände zittern und ich wusste, wenn ich jetzt einen Schritt machen würde, würde ich umfallen, da meine Beine keinen festen Halt hatten.
Mein Blick fixierte weiterhin den schönen Jungen mir gegenüber. Er hatte jetzt einen Ball in der Hand und machte sich bereit. Ich sah, wie er sich konzentrierte und die Augenbrauen zusammenzog, kurz die Lippen zusammenpresste und dann war der Ball in der Luft und fast zeitgleich sackten meine Beine unter mir zusammen. Alles wurde schwarz. Nur verschwommen und weit weg nahm ich Stimmen war, die meinen Namen riefen.

© 2009 by Blutmädchen

zum 3. Kapitel

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