A (Vampire) Dream Come True - 19. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
19. Kapitel: Eine (erste gemeinsame) Nacht


Bellas POV

Mit einem frischen Glas Wasser in den Händen tapste ich langsam wieder die Treppen hinauf und ging zurück in mein Zimmer. Ich hatte mich längst für die Nacht fertig gemacht, bereute es aber, denn mein Schlabberoutfit sah nicht gerade zum anbeißen aus. Ich schmunzelte kurz, als ich über diesen Insiderwitz nachdachte. Zum anbeißen... Ja, Edward würde wieder kommen. Er hatte es versprochen und ich glaubte es ihm, aber er würde mich bestimmt nicht einfach so anknabbern – dafür hatte er sich gut in der Gewalt.
Ich setzte das Glas auf meinem Schränkchen ab und blickte zum Fenster hinaus.
Es war so viel passiert, was locker für zwei Tage zum nachdenken reichte – wenn nicht sogar noch länger. Normalerweise hätte ich jetzt gut jemanden gebraucht, mit dem ich reden könnte. Jemanden, dem ich sagen konnte, dass ich glaubte den Verstand verloren zu haben. Aber nicht, weil ich einen Vampir geküsst hatte, sondern weil es in meinen Augen keinen Grund gab Edward nicht wie jeden anderen zu sehen. Nun, wie jeder andere, der gutaussehend und höflich war, zuvorkommen, respektvoll und ehrlich. In den Augen von anderen Menschen einfach ein ganz normaler junger Mann.
Edward Cullen war jedoch für mich alles andere als nur ein Mann. Ich hatte von Anfang an gewusst, dass er etwas ganz besonderes war. Seine Anziehungskraft hatte mich stutzig gemacht, denn bisher hatte ich mich nur von Mythen angezogen gefühlt. Aber Edward gehörte doch auch dazu...? Trotzdem konnte ich ihn ihm nicht den Vampir sehen. Ich hatte seine Fangzähne gesehen, zugeschaut wie er mein Blut abgeleckt hatte, aber er war für mich nicht jemand, vor dem ich Angst haben musste.
In allen Büchern die ich hatte, wo Menschen Vampiren begegneten, waren Angst und Skepsis die ersten Gefühle und es dauerte oft lange, bis der Vampir sein Geheimnis lüftete – wenn er es denn überhaupt freiwillig tat.
Das mit mir und Edward war also eher eine kurze und schnelle Geschichte – oder hatte sie noch ein langes und schönes Ende?
Unweigerlich schoss mir das Wort Zukunft in den Sinn. Dann Verwandlung. Ich hatte zu viel darüber gelesen und wusste mit welcher Frage sich solche ungewöhnlichen Paare rumschlagen mussten. Wenn man ewig zusammen bleiben wollte, musste der Mensch sein Leben opfern. Sofort fragte ich mich, ob es mir genauso gehen würde. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass es Vampire wirklich gab, dass sie stets an unserer Seite existierten. Und dennoch hatte ich mich oft gefragt, ob ich mich für die Ewigkeit entschieden hätte. Ich hatte die Mädchen in den Büchern immer beneidet, weil sie alles bekommen hatten, was sie sich nur wünschen konnten – das es scheinbar kein Limit auf dem Rücken des Glücks gab. Es war eine schöne Fantasie, wenn man sich in diese ganzen Situationen hineinträumen konnte. Alltagsbefreiend und beneidenswert.
Und jetzt?
Jetzt hatte ich mein eigenes Märchen über das ich glatt ein Buch schreiben könnte.
Ich wollte Edward und ich wollte ihn für immer und ewig, aber wie auch die Buchcharaktere würde er einer Verwandlung sicher niemals zustimmen. Es war immer so und es würde auch immer so sein. Was, wenn aber auch die Sache mit der Umstimmung auf uns zutraf? War es möglich, dass sich Edward eines Tages umstimmen ließ, mich doch zu verwandeln? Und wie funktionierte die Verwandlung überhaupt? Schließlich schien nicht alles so zu sein, wie ich es aus den Büchern kannte.
Ein leises Klopfen an meinem Fenster ließ mich aufblicken. Edwards strahlendes Lächeln – er hatte immer noch Fangzähne – brachte mich erneut zum schmelzen. Ich ging hin um ihn einzulassen und kaum, dass seine Füße meinen Teppich berührten, lag ich auch schon in seinen Armen.
„Hast du mich vermisst?“, hauchte er mir mit einem Kuss auf die Stirn und schaute mich dann freudestrahlend an.
„Ja“, wisperte ich und küsste ihn auf den Mund. Der Geschmack seiner Lippen war so unerträglich süß, dass ich einfach jede Gelegenheit nutzen musste diesen Geschmack zu schmecken – so unwiderstehlich und süßer als Honig. „Lebt Rosalie noch?“, fragte ich.
Edward biss sich auf die Lippe. „Ja“, antwortete er und ich sah ihm an, dass er die Wahrheit sagte. „Ich habe ihr klar gemacht, dass sie mich nun zum Feind hat und das sie dir danken kann noch am Leben zu sein.“ Er schmunzelte leicht. „Als sie meinte sie würde dich dafür umbringen habe ich nur gesagt ich würde es dir ausrichten und bin dann gegangen ehe ich ihr endgültig den Kopf abreißen konnte.“ Edward küsste meine Wange, meine Nase, meine Mundwinkel, meine Stirn... Es war so unbeschwert, so normal, so elektrisierend, dass ich das Rauschen in meinem Blut fühlen konnte. Er brachte mich in völlige Ekstase und das nur durch die Berührung seiner Lippen auf meiner Haut. Kurz spürte ich das sanfte Schaben seiner Fangzähne und konnte mir das kichern nicht verkneifen.
Edward sah mich an. „Meinst du nicht, dass du langsam mal schlafen solltest?“, fragte er sanft.
„Nein“, erwiderte ich. „Ich und jetzt schlafen? Nein, ganz bestimmt nicht.“ Ich lächelte. „Dafür bin ich viel zu neugierig. Du hast mir versprochen einiges zu erklären.“
Edward wirkte jetzt leicht etwas gequält. Als er antwortete, klang seine Stimme angeraut und kratzig. „Fürs erste fände ich es schön, wenn ich dein Leben nicht noch weiter durcheinander bringen würde, als ich es eh schon getan habe.“
Ich blickte ihn gespielt empört an. „Was soll das heißen?“
„Das soll heißen, ich will das du ausgeschlafen zur Schule gehst, was wiederum bedeutet, dass du jetzt schlafen solltest. Ich mache dir einen Vorschlag – “ Er zog mich zu meinem Bett und ich ließ mich nieder, er setzte sich neben mich und ich lehnte mich direkt an ihn. Er roch köstlich und ich küsste ihn wieder sanft.
„Wird das ein Ablenkungsmanöver?“, fragte er leicht empört.
Ich grinste. „Vielleicht.“
Er streichelte durch mein Haar. „Hätte fast funktionieren können.“
„Schade“, murmelte ich und kuschelte mich wieder in seine starken Arme, die wie für mich gemacht zu sein schienen. „Und wie lautet dein Vorschlag?“
„Vorschlag?“
Ich lachte. „Dann hat mein Ablenkungsmanöver ja doch funktioniert.“
Edward sah mich leicht überheblich an. „Ich lasse mich doch nicht von einem Menschen austricksen.“
„Nicht?“, lachte ich.
„Nein“, knurrte er, warf mich zur Seite, beugte sich über mich und streckte meine Hände über meinen Kopf, so dass er sie festhalten konnte. „Siehst du“, knurrte er wieder. „Ich lasse mich nicht austricksen.“
So wie wir beide hier lagen – ich auf dem Rücken, bewegungsunfähig, er über mir, sein Kopf ganz nah an meinem Gesicht – spürte ich ein leichtes Prickeln in der Luft, dass zwischen unseren Körpern ausgetauscht wurde. Er leckte sich leicht über die Lippen und küsste mich wieder ganz zart. Ich schloss genießerisch die Augen.
Verdammt, so etwas hätte ich mir niemals träumen lassen. Das erste Mal, dass ich jemanden küsste und direkt empfand ich so extrem, so leidenschaftlich. Edward schien es genauso zu gehen.
„Was fühlst du dabei, wenn du mich küsst, Edward?“, fragte ich neugierig. Er küsste meinen Hals, was mich direkt an seine langen Fangzähne denken ließ, und schaute mir dann mit einem feurigem Blick in die Augen.
„Willst du fühlen, was ich fühle?“, hauchte er in mein Ohr.
„Ja“, hauchte ich zurück, völlig fasziniert.
Sein Körper beugte sich ganz nah an meinem, sein Bein streifte meinen Oberschenkel und dann spürte ich etwas, dass gegen meinen Hosenbund stieß. Erschrocken riss ich die Augen auf. Das musste seine Erregung sein. Ich spürte sie hart und kraftvoll durch seine Hose und die Berührung ging mir bis durchs Mark.
„Entschuldige“, murmelte er schnell, ließ meine Hände los und zog sich von mir zurück. „Ich wollte mich dir nicht aufdrängen.“
„Nein, nein“, wehrte ich ab und versuchte ihn wieder zu mir zu ziehen, erreichte aber nur, dass er auf den Rücken fiel und ich halb auf ihn drauf. Ich nahm seine Hand und verflocht unsere Finger ineinander. Nachdenklich schaute er darauf.
„Es ist so ein wahnsinniges Gefühl“, sagte er leise. „Ich glaube ich muss mich doch mehr beherrschen, als ich ahnte. Verzeih, dass ich dich erschreckt habe.“
„Nein, Edward, dass hast du nicht“, sagte ich schnell. „Ich war in dem Moment einfach nur überrascht.“
Er sah mich einen Moment schweigend an. „Scheinbar sollte ich mich mal öfter daran erinnern, dass es auch für dich Neuland ist.“
Ich legte meinen Kopf auf seine Brust. „Mach dir keine Sorgen. Wir kriegen das schon hin.“ Ich versuchte soviel Zuversicht wie es nur ging in meine Worte zu legen und war erleichtert, als ich ihn lächeln sah. Schließlich nickte er.
„Du solltest jetzt schlafen, Bella. Ich bleibe die ganze Nacht bei dir, versprochen.“
„Du hast mir auch versprochen, mir alles zu erklären, wenn du wiederkommst“, erinnerte ich ihn grinsend.
„Ja, aber du siehst müde aus und brauchst deinen Schlaf. Morgen ist auch noch ein Tag für lange Gruselgeschichten.“ Er zwinkerte mir zu.
„Gruselgeschichten“, nuschelte ich verächtlich. „Dein Leben ist doch kein Horrorroman!“
„Du stehst doch auf solche Geschichten“, sagte er frech grinsend.
Ich streckte ihm die Zunge raus. Sofort schoss sein Kopf hervor und ich spürte seine Lippen, wie sie sich um meine Zunge schlossen und dann ein schwaches, zartes saugen. Er hatte die Augen geschlossen. Wieder spürte ich das Blut durch meinen ganzen Körper rauschen und ich gab mich diesem leidenschaftlichen Zungenkuss hin. Es war so verdammt gut, dass ich nicht wusste, ob ich die Trennung unserer Lippen überleben würde. Edward lächelte unter unseren immer stürmischer werdenden Küssen.
„Du bist ja unersättlich.“
„Von dir kann man einfach nicht genug kriegen.“
Er schmunzelte. „Du willst dich nur vor dem Schlafen drücken.“
Ich grinste vergnügt. „Ja. Bei so angenehmer Gesellschaft ist das doch kein Wunder, oder?“
„Dann sollte ich vielleicht wieder gehen“, überlegte er laut.
„Wag es ja nicht“, drohte ich ihm zähneknirschend und er lachte auf.
„Nur, wenn du versprichst jetzt einzuschlafen.“
Sein Blick war entwaffnend... Seufzend gab ich mich geschlagen. „Okay“, nickte ich. „Und du bleibst wirklich hier?“, fragte ich, nur um sicher zu gehen.
„Ja, ich bleibe hier“, sagte er sanft.
„Und du versprichst mir Morgen definitiv alles zu erklären, was ich wissen will?“
„Definitiv“, erwiderte er.
„Gut.“
Er zog mich noch enger an sich und legte mir eine Decke um die Hüfte.
Mit Edward bei mir würde ich garantiert kein Auge zumachen. Mein Herz raste und mein Blut rauschte, als würde es ihn singend verführen wollen.
Es war das erste Mal, dass ich mein Bett mit einem Mann teilte und es fühlte sich so großartig an, dass ich es jede Nacht haben wollte...

© 2009 by Blutmädchen

zum 20. Kapitel

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