A (Vampire) Dream Come True - 17. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
17. Kapitel: Einfach (nur) Edward


Edwards POV

Sie ließ mich wirklich. Mich, den Vampir. Sie hatte Ja gesagt. Ich durfte sie küssen.
Aber auch wenn ihr bisheriges Hauptaugenmerk auf der Ausstrahlung von Vampiren gelegen hatte, so ahnte ich doch, dass sie mich mit anderen Augen sah. Ihre ruhige Art, mit der sie die ganze Wahrheit aufgenommen hatte. Ohne zu schreien. Ohne mich rauszuschmeißen. Ich war ihr noch einige Erklärungen schuldig, aber in diesem Moment zählte nur das Hier und Jetzt.
Bella und Ich!
Ich zog sie immer näher zu mir heran, legte meine Hand an ihre Wange und die andere an ihre Taille. Sie sah mich verunsichert und gleichzeitig entschlossen an – ganz als würde sie nach dem Kuss entscheiden, ob sie träumte oder nicht.
„Edward“, murmelte sie. „Warum bist du so kalt?“ Darüber hatte ich gar nicht mehr nachgedacht. Meine Hand lag wie selbstverständlich an ihrer Wange, meine ganzen Berührungen – es war eine Art Reflex, dass ich wusste, wie ich sie zärtlich berühren konnte – mussten ihr eisig erscheinen. Langsam zog ich meine Hand weg, aber Bella legte ihre Hand auf meine und sagte: „Nein, lass die bitte dort. Es ist mir nicht unangenehm.“ Dann blickten wir uns in die Augen und ich spürte meinen Körper automatisch näher an ihrem. Mein Instinkt führte mich und das war nicht nur der körperliche Instinkt eines Mannes. Mein Zahnfleisch baute einen Druck auf und ich wusste, wenn ich jetzt zuließ, dass meine Lippen die ihre berührten, dann würde sie meine Eckzähne spüren können.
Mir wurde ganz flau. Jetzt konnte ich also endlich herausfinden, ob Carlisle und die anderen Recht hatten. Aber ich brauchte es scheinbar gar nicht herausfinden, denn ich war mir sicher. Küssen war wie Sex und Sex und Blut gehörten direkt zusammen. Doch ich konnte jetzt keinen Rückzieher mehr machen und Bella stehen lassen. Dank Rosalie wusste Bella was ich war, ich hatte nun also jede Möglichkeit ihr erklären zu können, was so ein Kuss bei mir auslösen könnte. Nicht nur könnte, sondern auch würde! Ob Bella Angst bekommen würde? Würde sie ihre Meinung komplett ändern und mich aus ihrem Zimmer werfen? Ich musste es einfach riskieren. Die ganze Situation mit Bella war ernst geworden – das Kindertheater war beendet, jetzt musste man seinen Mann stehen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich spürte, wie sich meine Erregung bemerkbar machte.
„Bella“, hauchte ich und war überrascht, wie meine Stimme klang. Erotisch. Schwach. So, als würde ich kurz vor dem Orgasmus stehen. „Ich muss dir was sagen.“ Sie nickte mir aufmunternd zu. „Nun, ich will nicht lange drum herum reden, du musst es wissen. Ich will dir die faire Chance überlassen zu entscheiden, ob du diesen Kuss wirklich willst, oder nicht.“
„Immer dieses ganze Gerede“, seufzte sie leicht genervt. „Nicht reden, machen, Edward.“ Und ehe ich etwas erwidern konnte, lagen ihre super weichen Lippen auf meinen. Meine Augen waren weit aufgerissen und ich schaute in ihre. Sie sah mich an, als wenn sie sagen würde „Lass dich einfach fallen“ und das tat ich auch. Kaum, dass sich ihre Augenlider senkten, zog ich sie ganz eng an mich. Ihre Hände schlangen sich um meinen Nacken und meine Hände strichen ihr zärtlich über den Rücken.
Bella konnte fantastisch küssen. Auch wenn ich keinen Vergleich hatte. Ich war mir sicher, dass das nicht zu toppen war. Meine Erregung ließ mich völlig in ihrer warmen und zärtlichen Aura versinken. Es war, als würde sie mich in den Schlaf singen, mir das schönste Versprechen der Welt geben. Sie zog mich mit in eine geheime Welt voller Traum, Herrlichkeit und Schönheit. Bella war vollkommen. Gott, ich wollte sie überall berühren, sie spüren und ihr Freude bereiten.
Ruckartig löste sich Bella. „Au“, nuschelte sie und betastete mit dem Finger ihren Mund. Es dauerte einen Moment, bis ich realisieren konnte, was mit ihr war. Mein Körper bemerkte es zuerst. Dieser flammende Durst in meiner Kehle brannte lichterloh. Sie musste Bluten...
Als ich wieder aus dem Rausch ihrer sinnlichen Aura auftauchte, bemerkte ich, wie sich meine Zähne in meine Lippen bohrten. Sie mussten während des Kusses gewachsen sein, ohne das ich es bemerkt hatte.
Bella besah sich ihren Finger, an dem ein kleiner Blutstropfen klebte. Ehe ich mich der Bestie in mir verweigern konnte hatte ich auch schon ihre Fingerkuppe in meinem Mund und leckte ihr das Blut ab. Oh Gott. Lieber Herr im Himmel. Sie schmeckte fantastisch. Genauso berauschend wie ihr Kuss, nur stärker.
Glücklich lächelte ich und sah sie an. Ihre Miene war überrascht und ein wenig sorgenvoll. Die Augenbrauen waren in einer skeptischen Linie über ihren braunen Augen verzogen.
„Tut mir leid“, flüsterte ich lächelnd. Auch wenn das Lächeln den Ernst in meiner Stimme wegnahm, hoffte ich doch, dass Bella verstand, wie ernst ich es wirklich meinte. „Das wollte ich dir vorher erklärt haben. Meine Familie hat mich gewarnt, aber ich bin doch stärker als ich dachte.“
„Wovon sprichst du?“, fragte sie verwirrt.
„Ein Kuss ist mehr als nur das Aufeinandertreffen zweier Lippenpaare. Es ist extrem sexuell und die Blutlust wird stärker. Unsere Spezies trinkt während des Aktes voneinander. Ich wusste nicht wie intensiv ein Kuss sein kann und welche Sehnsüchte er in einem auslöst.“ Ich wollte sie. Nackt. Unter mir. Ich wollte sie überall küssen und streicheln und ich wollte von ihrem Blut trinken. Doch mein Verstand war klar an meiner Seite und beschützte mich gerade. Bella war ein ahnungsloser Mensch. Ich hatte zwar auch noch keine Erfahrung, aber wenn es hier für einen schlimm werden konnte, dann nur für Bella. Ich hatte mich im Griff. So süß ihr Blut auch war – ich wollte, dass sie es mir von sich aus gab und nicht, weil ich es aus rein egoistischen Gründen brauchte. Sie war so ein besonderer Mensch und sie war erst gerade in meine Welt eingeführt worden. Bella würde Zeit brauchen all das zu verstehen und ich würde sie niemals bedrängen wollen. Auch wenn mein Schwanz da etwas ganz anderes sagte.
Bella sah mich lange und intensiv an. Dann flüsterte sie: „Es war wunderschön.“
Jetzt war ich verwirrt – und überrascht. Was war wunderschön? Der Kuss oder meine kleine Entgleisung? „Das war mein erster Kuss.“
„Dein erster Kuss?“, fragte ich. „Dafür bist du aber ziemlich gut darin.“
„Das war nur deine Führung“, lächelte sie.
„Ich habe doch gar nicht geführt.“
„Doch“, widersprach sie. „Du hast mir das Gefühl gegeben, ich sei ein Vogel der fliegen kann. So federleicht. So natürlich. Es war, als hätte ich die Welt mit deinen Augen gesehen und als hättest du mir Mut gemacht, dass es das absolut richtige ist. Und es stimmt: Ich habe nie etwas schöneres erlebt. Und soll ich dir noch was sagen?“ Sie grinste.
„Ich bitte darum“, antwortete ich fast tonlos. Ihre Worte waren wie ein sanfter Schmetterling, der mich streichelte. Sie hatte die richtigen und wunderschönsten Worte für meine Empfindung gefunden – Worte, die ich nie selbst zustande gebracht hätte.
„Trotz deiner Zähne und der Tatsache, dass du mein Blut gekostet hast, sehe ich nicht den Vampir in dir.“ Sie lächelte mich glücklich an. Mir kam es vor, als würde ich sie schon ewig kennen. Es war so eine Vertrautheit in dem Augenblick...
„Was siehst du dann in mir?“, hörte ich mich sagen. Bella schmiegte sich an mich und legte ihren Kopf an meine Brust.
„Du bist Edward. Einfach Edward.“
„Edward mit den spitzen Zähnen“, fügte ich hinzu.
„Nein“, widersprach sie und der Glanz in ihren Augen blendete mich wie Flutlicht. „Du bist einfach nur Edward. Der Edward, in den ich mich unwiderruflich verliebt habe.“ Die letzten Worte hauchte sie, während ihre Finger über meine Lippen streichelten.
Irgendwie war es unglaublich, was sie mir sagte. Die Worte, wie sie sie liebkosend aussprach und der ehrliche Tonfall, so sinnlich, dass es mich innerlich vor Sehnsucht zerriss.
Bella Swan hatte sich in mich verliebt. Und es wurde Zeit, dass ich ihr bewies, wie gut ich sie behandeln konnte...
„Du wirst einiges erfahren“, sagte ich und küsste ihre Wange. Meine langen Zähne streiften ihre Haut und sie kicherte. „Ich hoffe nicht, dass ich dich eines Tages abschrecken werde.“
Bella lächelte. „Nein, Edward. So schnell wirst du mich nicht in die Flucht schlagen können. Aber sag mal – “
„Ja?“
Sie runzelte die Stirn. „Trotz das du sagtest es wäre eine ziemliche sexuelle Wucht, hast du dich ganz gut im Griff. Du hast mein Blut geschmeckt, aber nicht nach mehr verlangt.“ Verlegen blickte sie zu Boden.
„Willst du denn, dass ich von dir trinke?“, fragte ich amüsiert.
„Brauchst du es denn nicht?“
Ich kicherte. „Bella. Das letzte was ich will, ist dich zu überfordern. Ich kann mich zusammenreißen, schließlich bin ich kein wandelndes Ungeheuer – “ Ich lachte laut auf. Das war alles so abwegig, denn noch vor kurzem war ich da ganz anderer Meinung gewesen, aber so wie es aussah, hatte sich meine Einstellung ziemlich geändert. „ Du bist einfach zu wertvoll für mich. Ich möchte dir zeigen, dass du mir vertrauen kannst.“
„Aber ich vertraue dir“, sagte sie prompt und ohne groß überlegen zu müssen.
„Du schmeichelst mir“, erwiderte ich sanft und berührte ihre Lippen nur ganz sanft mit meinen. Das Blut an ihrer Lippe, dass ich völlig vergessen hatte, berührte meine Zunge und sofort reagierte mein Körper, verlangte nach mehr. Ganz vorsichtig saugte ich an ihren Lippen. Bellas Augen flatterten. „Du schmeckst köstlich. So einen edlen Tropfen darf man nicht verschwenden.“
Bella lachte. „Auch wenn ich sicher bin, dass ich nicht träume und mein Verstand hellwach ist: Das mit dir fühlt sich so selbstverständlich an. So etwas hätte ich niemals gedacht.“ Ihre Augen fingen meine ein und wir schmolzen fast um die Wette.
Doch es wurde Zeit sich von diesem Glanz zu lösen, denn die Unruhe war wieder in mir erwacht und Rosalies Name zischte durch meine Gedanken. Es wurde Zeit für die Abrechnung und wenn der Zorn erst mal ganz in mir zum kochen gebracht war, wollte ich Bella nicht in meiner Schusslinie haben.
„Es wird Zeit mich mit Rosalie zu unterhalten“, sagte ich. Bellas Lächeln verwandelte sich in Angst.
„Tu ihr nicht weh“, flüsterte Bella. „Ich kann mir vorstellen, wie wütend du auf sie bist, aber bitte – “ Sie sah mich flehentlich an. „ Tu ihr nicht weh. Ich will nicht, dass wegen mir eine Familie zerbricht.“
„Bella, sie war schon vorher kaputt und das ist allein Rosalies Schuld. Das kann ich ihr nicht durchgehen lassen. Du verstehst das nicht.“
„Dann erklär es mir“, bat sie und nahm meine Hand. „Erklär mir, was es dir bedeutet?“
Ich fluchte. „Es gibt zu viel, was ich dir noch erklären muss, also alles nach der Reihe und auch erst, wenn ich mit Rose fertig bin.“
Bella schien langsam zu spüren, dass ich wütend wurde und entzog sich meinem Griff. Langsam setzte sie sich aufs Bett und schaute mich nachdenklich an. „Vermutlich hast du recht, Edward“, sagte sie schließlich. „Das geht mich nichts an. Tu, was auch immer du tun musst. Aber versprichst du mir eins?“ Ich nickte stumm. „Komm danach wieder zu mir und erklär mir alles. Ich werde die Nacht eh nicht schlafen können. Es gibt vieles, worüber ich in Ruhe nachdenken muss und ich – “ Sie brach ab und lief rot an. „Ich brauche dich bei mir, wenn ich aufwache. Ich brauche die Gewissheit, dass das alles wirklich passiert ist.“
Ich nickte wieder. „Ich verspreche sofort wiederzukommen, wenn die Sache mit Rose geklärt ist.“
Bella lächelte wieder und die Angst verflüchtigte sich langsam. „Ich bin der festen Überzeugung, dass du Rosalie nicht weh tun wirst.“
„Und wie kommst du plötzlich darauf?“, fragte ich erstaunt.
Bella kicherte leise und versuchte es vor mir zu verstecken. „Du hast sie Rose genannt. Ich schätze deine innerliche Wut glüht langsam ab.“ Sie sah mich feixend an, als erwarte sie, dass ich etwas Böses erwiderte, aber das tat ich nicht. Bella hatte Recht. Umso mehr wurde es Zeit, dass ich mir Rosalie zur Brust nahm! Mit einem letzten sanften Kuss verabschiedete ich mich von Bella und sprang zum Fenster heraus.
Meine Bella, seufzte ich in Gedanken und legte eine Hand auf mein totes Herz. Es war nur eine Einbildung, aber es fühlte sich an, als würde es kräftig und gesund schlagen...

© 2009 by Blutmädchen

zum 18. Kapitel

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