A (Vampire) Dream Come True - 16. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
16. Kapitel: (Doch k)ein Traum


Bellas POV

In letzter Zeit gab es für meine wirren Träume keine Erklärung. Ich träumte nur noch Mist und langsam bekam ich Angst, dass Charlie Recht behalten würde. Ich würde genau wie Faith aus "Bloody Love" enden. Abgeschnitten von allen normalen alltäglichen Dingen, in der Schule abstürzen, Freunde verlieren und am Ende auf der Straße landen. Doch das war nicht das einzige, was mich fast aufschreien ließ. Rosalie, das kleine Vampimädchen und Andrews Schwester, hatte mir gesagt, dass Edward ein Vampir war. Wieso jetzt Edward und nicht Andrew? Realität und die Geschichte des Buches schienen sich zu vermischen. Ich musste dringend die Tür finden, wo es aus diesem Albtraum raus ging, aber so lange ich auch suchte, ich fand keine. Das leise Lachen von Rosalie klang noch immer in meinen Ohren und ich spürte eine eisig kalte Hand, die meine drückte.
Endlich hatte ich den Ausgang gefunden! Ich wachte auf und setzten mich mit einem Ruck auf.
"Psst, Bella, ganz ruhig", sagte Edwards Stimme dicht neben mir. Ich drehte den Kopf nach Rechts und sah in seine goldenen Augen. Einen Moment war ich völlg verwirrt und glaubte noch zu träumen, doch dann erblickte ich auch Alice und die andere Frau. Sogar Rosalie war da, aber nicht die Rosalie aus meinem Buch, sondern die Echte - Edwards Adoptivschwester. Ich musste noch träumen.
Ich schaute auf ihre Lippen und sah ihre langen spitzen Eckzähne darauf ruhen. Jetzt war es eindeutig passiert. Ich war verrückt geworden. Ich hatte mich viel zu stark in diesen ganzen Vampirkram reingesteigert. Edward war endlich ein vernünftiger Mensch, zu dem ich mich hingezogen fühlte und diese Anziehung konnte ich mir nicht erklären. Zweifellos hatte mich das so stark beschäftigt, dass ich Edward in meinen Träumen zu einem Vampir gemacht hatte. Nur damit die Logik wieder da war und es realistisch war, dass ich mich verlieben konnte.
Entsetzt schüttelte ich meinen Kopf und schämte mich in Grund und Boden. Wie sollte ich Edward jetzt je wieder in die Augen blicken, in dem Wissen, ihn als Vampir gesehen zu haben?
"Bella, schau mich an", bat Edward und seine Stimme riss mich wieder aus meinen Gedanken. Es war kein Hall oder Echo zu hören. War diese Stimme nicht in meinem Kopf? Ich spürte erneut die kalte Hand auf meiner und blickte darauf. Es war Edwards Hand.
Auf einmal schrie ich. "Geh weg."
"Aber Bella." Edward erstarrte zu Stein. Ich robbte von ihm weg. Er hatte sich einfach nachts in mein Zimmer geschlichen. Warum? Und dann ausgerechnet, wo ich diesen Traum hatte. "Beruhige dich, Bella, ich tue dir nichts", sagte er sanft und streckte seinen Arm nach mir aus. Ich wusste jetzt, dass ich wach und er echt war, aber das beruhigte mich herzlich wenig.
"Edward, ich weiß nicht, was du hier machst oder warum du hier bist, aber ich fühle mich unwohl und möchte, dass du gehst." Ich war von meiner klaren Stimme mehr als verblüfft. Kein Stocken und kein Zittern, obwohl ich das Gefühl hatte, meine Stimme müsste jeden Moment versagen. Er sah mich verzweifelt an, dann stand er auf.
"Danke", hörte ich ihn sagen. "Warum musstest du ihr das antun, Rosalie?"
Rosalie? Mein Kopf schoss hoch und ich sah Rosalie in einer Ecke stehen. Alice stand neben Edward und tätschelte ihm den Arm, die andere Frau stand neben Rosalie. Und ich dachte ich träumte?
"Du hast ihr Gedächtnis gelöscht!", schrie Edward. "Warum?"
"Aus dieser Entfernung?" Rosalie lachte. "Wenn du wie ein Wachhund neben ihr sitzt?" Sie blickte Edward verächtlich an.
"Bella hat ihre Erinnerung nicht verloren", meldete sich nun Alice zu Wort. "Sie kann das gehörte einfach nicht glauben und ihr kleiner Ohnmachtsanfall redet ihr jetzt ein, dass sie immer noch träumt." Alle Augen schauten auf mich. Was hatte Alice gerade gesagt? Und was bedeutete das? Edward kam wieder auf mich zu und diesmal wich ich nicht zurück.
"Ich träume nicht?", fragte ich. Edward schüttelte den Kopf. "Und ihr seit wirklich hier in meinem Zimmer?" Edward nickte. "Und diese Zähne sind echt?", hörte ich mich fragen. Mein Unterbewusstsein schien schneller verstanden zu haben. Edward nickte erneut. "Und du bist ein - " Edward schloss die Augen und sagte:
"Ja, ich bin ein Vampir."
Rosalie lachte auf. "Da das ja jetzt geklärt ist, kann ich ja gehen." Sie schaute mich an und ihr breites Lächeln entblößte ihre spitzen Zähne. Ungläubig beobachtete ich, wie die Eckzähne wieder kürzer wurden, ganz so, als hätten sie einen Motor, mit dem sie aus- und einfahren konnten. Mit einem Satz sprang Rosalie aus dem Fenster.
"Wir lassen euch jetzt besser alleine", sagte die Frau neben Alice. Esme hieß sie doch, oder?
"Bist du Esme?", fragte ich. Das war meine letzte Chance. Diesen Namen hatte ich noch nie zuvor gehört und wenn sie mir jetzt sagte, dass sie nicht Esme hieß, war meine Chance, doch noch mit klarem Verstand aus diesem Albtraum aufzuwachen, groß.
"Ja", sagte sie sanft. "Ich bin Esme, die Mutter von dieser Bande. Bella" Sie kniete sich vor mich hin. "Du wirst verwirrt und garantiert geschockt sein, aber gib Edward eine Chance, dir alles zu erklären." Ich konnte weder nicken noch den Kopf schütteln. Jetzt war ich endgültig wach... Und direkt in einem neuen Albtraum...
"Es tut mir so leid", sagte Edward. Seine Stimme war nicht mehr neben mir. Ich wagte einen Blick in die Richtung, aus der seine Stimme kam. Er stand am Fenster, es war mittlerweile geschlossen. Alice, Esme und Rosalie waren nirgens mehr zu sehen. Langsam drehte sich Edward zu mir um. "Du musst mir glauben, Bella, ich wollte nicht, dass du es so erfährst." Sein Gesichtsausdruck glich dem eines Mannes, der furchtbare Qualen litt. Nein, er glich ihm nicht nur. Er litt furchtbare Qualen.
Fast schon automatisch stand ich auf und machte ein paar Schritte auf ihn zu. Sein Ausdruck tat selbst mir weh und ich wollte ihn trösten. Es war ein so starker Drang, der sogar die Zweifel wegspülte. Mit dem, was ich gehört hatte, konnte ich mich auch noch beschäftigen, wenn dieser brennender Schmerz aus seinem Gesicht verschwunden war.
"Ich glaube dir", sagte ich und legte meine Hand an seine Wange. Edward wich überrascht zurück. "Ich verletze dich nicht." Ich überbrückte den Abstand, den er gerade zwischen uns gebracht hatte und legte erneut meine Hand an seine Wange. Diesmal auch die andere Hand. Er schloss einen Moment die Augen.
"Ist dir klar, was du gerade gehört hast?", hakte er nach. Darüber wollte ich eigentlich gerade gar nicht nachdenken. Ich wunderte mich, wie ruhig ich nach dem ersten Schock war. "Du hast begriffen, dass ich ein Vampir bin?", fragte er und seine Stimme wurde energischer.
"Deine Zähne habe ich noch nicht gesehen", sagte ich nüchtern. "Es kann genauso gut eine Lüge sein." Edward fletschte seine Zähne und wie zuvor bei Rosalie schossen seine Eckzähne hervor. Wie hypnotisiert schaute ich auf seine Zähne. Ohne weiter nachzudenken glitten meine Finger an seinen Mund und betasteten den Zahn. Einem Impuls folgend, packte ich den Zahn und versuchte daran zu ziehen, doch er saß fest. Jetzt hatte ich es nicht nur mit eigenen Augen gesehen, sondern auch mit eigenen Händen gefühlt.
Edward war wirklich ein Vampir.
Er zog sich nicht zurück, auch wenn er mich etwas unsicher ansah. Ich zog meine Hand zurück. "Die sind wirklich echt", sagte ich leise.
"Ja", erwiderte Edward. Dann huschte ein leichtes Grinsen über sein Gesicht. "Nenn mir ein Buch, in dem eine ähnliche Situation erzählt wird." Er ging zu meinem Bücherregal.
"Vampire Kiss von Susan Ylling", sagte ich. Edward brauchte nicht lange zu suchen. Er zog das schwere Buch aus dem Regal und setzte sich aufs Bett.
"Dann wollen wir doch mal sehen, wie man mit so einer Situation umgeht", sagte er und blätterte die Seiten durch.
"Hast du so was nicht schon selbst erlebt?", fragte ich ungläubig.
"Nein", erwiderte er ohne aufzublicken.
Ich ging zu ihm rüber, nahm ihm das Buch aus der Hand und stellte es wieder ins Regal. "Wenn das hier wirklich die Realität ist, will ich sie nicht unnötig mit der Fiktion in Verbindung bringen." Edward schaute mich leicht sprachlos an, nickte dann aber und stand auf.
"Du hast recht. Also, wie sollen wir jetzt damit umgehen?" Er schaute mich fragend an. Mein Unterbewusstsein hatte mir schon eine Möglichkeit parat gelegt, aber ich traute mich nicht sie auszusprechen.
"Ich glaube nicht, dass es das ist, was du möchtest", sagte ich.
"Sag es mir und dann sag ich dir, ob ich das möchte, oder ob ich es nicht möchte. So wie ich dich einschätze, würdest du es auch akzeptieren." Sein Blick wurde geradezu zärtlich, ich schaute schell weg.
"Ich fände es gut, wenn du mir erklären würdest, warum du dich überhaupt auf unsere kleinen Vampirgespräche eingelassen hast. Ich habe von Anfang an gemerkt, dass du ein Problem damit hast und trotzdem, zumindest hatte ich das Gefühl, wolltest du mich verstehen."
"Ja, das wollte ich", antwortete er. Die Intensität seines Blickes war ungebrochen. "Ich habe noch nie so jemanden wie dich getroffen. Anfangs dachte ich, ich könnte dir aus dem Weg gehen, aber die Liebe geht seine eigenen Wege."
Liebe... Wieder dieses Wort. Ich lenkte schnell ab. "Warum wolltest du mir aus dem Weg gehen?" Na ja, war vielleicht doch keine Ablenkung.
"Als ich erfahren habe, was du von Vampiren hälst, wollte ich einfach nicht dein Spielzeug werden."
"Spielzeug?"
Er dachte kurz nach. "Tut mir leid, dass ist ein hartes Wort, aber der Sinn stimmt. Ich dachte, wenn du erfährst, dass ich ein Vampir bin, würdest du nur mit mir zusammen kommen wollen, weil ich kein Mensch bin."
"Moment", fiel ich ihm dazwischen. "Wir reden hier wohl gerade über zwei völlig unterschiedliche Dinge."
"Nein", sagte Edward mit einem leichten Lächeln. "Im Grunde läuft es noch alles auf das selbe hinaus. Alice hat mir gesagt, dass du dich in mich verlieben wirst. Und das du mich auch mit Zähnen nimmst."
"Ich habe mich in Edward Cullen, den Menschen veliebt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich nicht wie eine Gestörte rumrenne und schreie, ich hätte einen Vampir im Zimmer." Kaum, dass die Worte im Raum schwebten, schlug ich mir die Hand vor den Mund. Ich hatte ihm gestanden, dass ich mich in ihn verliebt hatte. Und auch wenn ich gehört hatte, dass es bei ihm genauso war... Es war einfach unglaublich. Und peinlich. Dann fiel mir etwas auf. "Und überhaupt: Woher will Alice das wissen? Ich habe ihr nichts gesagt."
Edward legte seine Hand auf meine Wange und obwohl sie eiskalt war, zog ich nicht zurück. Sein Lächeln war atemberaubend und seine Eckzähne waren immer noch spitz und lang. Irgendwie wurde ich nervös. "Alice kann in die Zukunft sehen", antwortete er. Meine Augen wurden größer.
"Sie kann in die Zukunft sehen?", fragte ich ungläubig. "Kannst du das auch?"
"Nein", grinste er. "Ich kann Gedanken lesen." Ich riss entsetzt den Mund auf. Er konnte meine Gedanken lesen? Wie peinlich... Ich senkte beschämt meinen Blick. Sein Lachen wurde lauter, als er meine Reaktion bemerkte. "Leider kann ich deine nicht hören", sagte er nun nachdenklich. "Du warst von Anfang an ein verschlossenes Buch." Das beruhigte mich etwas und ich blickte ihn wieder an. "Hast du Angst vor mir?", fragte Edward urplötzlich. Ich schüttelte den Kopf, und doch war ich nicht sicher, ob ich nicht Angst haben sollte. Er schloss für einen Moment die Augen und sein Gesicht näherte sich meinem. Stück für Stück spürte ich seine Lippen meinen näher kommen. Ich atmete nicht. "Ich bin dir noch einen Kuss schuldig", flüsterte er an meinen Lippen. "Gilt diese Einladung auch für einen Vampir?" Ich nickte schwach. Mein Herz schlug schneller. Mein erster Kuss...

© 2009 by Blutmädchen

zum 17. Kapitel

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