A (Vampire) Dream Come True - 15. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
15. Kapitel: (Echte) Zähne


Bellas POV

Ich bin so dumm.
Ich bin so dumm.
„Ich bin so dumm“, schrie ich meine Gedanken laut raus.
Und wie dumm ich war.
Was sollte Edward von mir denken?
Verdammt, so einen Selbsthass hatte ich noch nie gespürt. Ich verfluchte mich, hätte mir am liebsten die Zunge rausgeschnitten und das Herz gleich mit.
Mein Handy klingelte aufdringlich. Ich schaute aufs Display und sah den Namen der Person, die ich gerade ganz dringend brauchte und am besten auf Abstand hielt. Wenn ich Zoe von dem heutigen Tag erzählen würde, würde sie mich in Grund und Boden schimpfen – das konnte ich gerade gar nicht gebrauchen. Andererseits...
„Hey Zoe“, sagte ich, kaum dass das Handy an meinem Ohr war. „Wie geht’s dir?“
„Hey Bells, wahnsinnig gut! Ich bin verlobt!“ Das war so typisch Zoe. Nachrichten, die sehr wichtig für sie waren, brüllte sie immer direkt raus. Es wunderte mich, dass sie sich erst noch mit einem „Hey Bells“ aufgehalten hatte.
Die Leitung war einen Moment still. Dann –
„Bella?“, fragte Zoe unsicher.
„Ja, ich bin noch dran“, seufzte ich. „Freut mich für dich.“ Was eine karge Antwort. Das konnte ich auch schon mal besser. Aber nach der Sache mit Edward war ich nicht gerade in guter Stimmung um mich über die Liebe auf der Welt freuen zu können. Zoe schien das zu merken, denn sie sagte:
„Ich dachte du hast deinen Traumprinzen auch schon gefunden. War das nicht dieser Handballkönig? Wie hieß er noch gleich?“
„Edward.“
„Edward. Genau. Also, da du deinen Prinzen gefunden hast, dachte ich du würdest weniger eifersüchtig auf Meinen sein.“
Ich lachte. „Ich und eifersüchtig? Sag mal, wovon träumst du nachts?“
„Von dir, Süße“, lachte Zoe.
„Dann träum weiter“, grinste ich. „Miststück.“ Zoe gluckste. Sie hatte es wieder geschafft... „Dann erzähl mal. Wann, wo und wie soll die Hochzeit stattfinden?“
„Ui, da ist aber jemand neugierig. Aber weil du meine Lieblingsfreundin bist – “
„Das will ich auch hoffen“
„ – werde ich es dir ausnahmsweise verraten.“
Und Zoe erzählte. Und erzählte. Und erzählte. Es kam mir vor, als würden die Geschichten eines ganzen Bücherregals auf mich einstürzen, ich kam gar nicht dazwischen, also ließ ich sie einfach reden.
Mein Blick schweifte zum Fenster und sofort fiel mir das Handy aus der Hand und knallte auf den Boden. Da war etwas an meinem Fenster. Nicht etwas, sondern eine Frau. Und nicht nur eine Frau, sondern Edwards Adoptivschwester. Wie hieß sie noch gleich? Rosalind? Nein, Rosalie. Genau wie das kleine Vampirmädchen aus meinem Lieblingsbuch.
Mechanisch stand ich auf und ging zum Fenster. „Wer bist du und was machst du hier?“, fragte ich durch die Scheibe. Obwohl ich wusste, wer sie war, wollte ich doch lieber nachfragen um nicht zugeben zu müssen, wie stark ich auf Edward und seine Umgebung fixiert war. Auch wenn einem Rosalie auch ohne in Edwards Zusammenhang zu stehen, in Erinnerung bleiben würde. Sie war groß, hatte eine beneidenswerte schlanke Figur und Haare, die denen eines Engels Konkurrenz machen konnten. Wenn es nicht sogar Engelshaare waren... Doch die wichtigste Frage blieb: Was machte sie an meinem Fenster?
Ich öffnete das Fenster und sie sprang leichtfüßig herein. Mein Mund klappte mir auf. Ich konnte all die Fragen, die ich stellen wollte, gar nicht ordnen und so schwieg ich, in der Hoffnung sie würde mir ihr plötzliches Auftauchen erklären.
„Ich bin Rosalie Hale“, stellte sie sich vor. „Und ich bin hier um dir etwas zu sagen. Über Edward.“
Jetzt wurde die Sache interessant. Eine wildfremde Frau tauchte vor meinem Zimmerfenster auf und das am späten Abend, wo man eigentlich schlafen sollte. Das musste ja was ganz wichtiges sein.
„Und da kletterst du einfach auf den Baum vor meinem Zimmerfenster?“, fragte ich entgeistert.
Rosalie lächelte leicht überheblich. „Ja, es war eine Spontanaktion.“
„Die jetzt auch beendet ist“, fauchte eine Männerstimme. Sie kam vom Fenster, aber ich sah niemanden. Dann tauchte Edwards Bronzehaar auf und er kletterte geschmeidig über den Fenstersims. Rosalies Auftauchen hatte mich ja schon gewundert, aber was wollte Edward hier?
Edward ging auf Rosalie zu, die nicht zurückwich. „Du willst Krieg?“
Rosalie ließ sich nicht einschüchtern. Sie lächelte ihn an. Es war ein eiskaltes, abgebrühtes Lächeln. Ehe Rosalie antworten konnte, sprangen erneut zwei Gestalten durch mein Fenster. Es waren zwei Frauen, aber nur eine kannte ich. Es war Alice. Sie ging sofort auf Rosalie zu und packte sie am Arm.
„Rose, was soll dieser Mist? Willst du uns alle ins Unglück stürzen?“ Alice’ Blick durchdrang Rosalies stechenden Blick.
„Das hat er doch schon getan, als er sich in diesen Menschen verliebt hat“, sagte Rosalie giftig und zeigte erst auf Edward und dann auf mich.
Die andere Frau stellte sich nun auch vor Rosalie und sprach gemeinsam mit Alice auf Rosalie ein, doch dafür hatte ich keinen klaren Verstand mehr übrig. Ich blickte zu Edward, der mich ansah und langsam auf mich zukam. Ich wusste nicht, wem oder was ich als erstes Beachtung schenken sollte. Edward, der in seiner vollkommenen Perfektion auf mich zutrat, oder Rosalies Satz, der davon sprach, dass Edward sich in mich verliebt hatte. Das konnte alles nur ein Traum sein. Drei Frauen und ein Mann, die einfach durch mein Zimmerfenster geklettert waren, waren gerade dabei mich an meinem Verstand zweifeln zu lassen..
„Bella“, sagte Edward und streckte einen Arm nach mir aus. „Lass uns kurz rausgehen. Alice und Esme werden Rosalie gleich mitnehmen und dann können wir uns in Ruhe unterhalten.“ Er sah mich an und ich spürte, dass er Angst hatte. Aber wovor? Als ich nur nickte, nahm er meinen Arm und führte mich zur Zimmertür, doch ehe wir das Zimmer verlassen konnten, rauschte Rosalie an uns vorbei und versperrte uns den Ausgang.
„Rose“, zischte Edward. „Lass es sein. Ich warne dich.“
Rosalie lachte grimmig. „Dann zeig doch mal deine hübschen Beißerchen. Die dürften deine kleine Menschenfreundin sicherlich brennend interessieren.“
Wie war diese Frau so schnell an uns vorbeigekommen?
„Rose, bitte“, flehte die andere Frau neben Alice, die Edward Esme genannt hatte. „Du machst es doch nicht besser.“
„Gut, wenn du ihr deine nicht zeigst, dann zeig ich ihr halt meine“, sagte Rosalie und der stolze, arrogante Ausdruck auf ihrem Gesicht verwandelte sich in puren Hass, als sie mich ansah und die Zähne fletschte. Wortwörtlich.
Was ich dann sah war absolut unmöglich... Ihre Zähne wuchsen. Nein, nur zwei Zähne. Die beiden Eckzähne. Sie wuchsen bis auf die Lippen. Ich schlug mir die Hand vor den Mund und betastete reflexartig meine Zähne, in dem Glauben, dass das hier irgend ein fehlgeleiteter Hasenzauber war und mich auch getroffen hatte. Doch meine Zähne waren unverändert. Ich spürte noch, wie Edward versuchte mich wegzuzerren, aber meine Augen würden diesen Anblick niemals vergessen.
Das letzte Wort, was mir durch den kopf schoss, war Vampir.

© 2009 by Blutmädchen

zum 16. Kapitel

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