A (Vampire) Dream Come True - 14. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
14. Kapitel: (Familien)liebe


Edwards POV

Der Vampirfreak und der Vampir. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass ich der Blutsauger von uns beiden war, hätte man mich auch Freak nennen können. Ich war ein Freak. Ein Vampirfreak. Ich war beides. Und auf Bella traf keines von beidem zu. Sie war höchstens ein ahnungsloses kleines Mädchen, dass sich von Vampiren gerade zu magisch anziehen ließ. Reichten ihr nicht die Bücher? Oder die Filme? Musste sie mich auch noch in ihren Bann ziehen? Ich wusste, wie meine Rasse auf Menschen reagierte, aber genauso fühlte ich nun für Bella. Ich hatte mich wirklich in sie verliebt.
Der Vampirfan und der Vampir – das neue Traumpaar des Jahres.
Und Bella wollte mich küssen. Wollte sie mich küssen, weil ich als Vampir anziehend war, oder sah sie in mir den Menschen Edward?
Sie will dich nur küssen, weil du ein Vampir bist. Die dreckige, höhnische Stimme in meinem Kopf war ekelerregend und ließ mich aufspringen. Ich brauchte eine gesunde Distanz zu ihr. Auch um zu verstehen, was das alles sollte. Die ganze Zeit hatte ich Bella in die Augen geschaut, aber erst jetzt spürte ich ihre Nähe. Ihr zirkulierendes, verführerisches Blut. Ihre Ausstrahlung. Ihren Charme. Ja, ich war diesem Menschenmädchen verfallen und es gab kein zurück, aber ich musste mich bremsen. Wenn ich meine Erregung in ihrer Nähe zuließ, würde sie bald merken wen sie da wirklich vor sich hatte, und auch wenn Bella Vampire liebte, so glaubte ich nicht, dass sie diese Entdeckung wirklich gut aufnehmen würde - so viel Verstand hatte sie auf jeden fall noch.
Alice’ Vision schoss mir wieder durch den Kopf und ich stöhnte auf. Bella würde sich so stark in mich verlieben, dass sie mich auch mit Zähnen nahm... Und mich trinken ließ... Und...
Nein, soweit durfte ich gar nicht denken. Es wurde Zeit, dass ich die Reißleine zog.
„Bella“ fing ich an, aber ich hatte mir noch gar nicht überlegt, was ich ihr sagen wollte. Ihre Augen wurden schmaler, die Augenbrauen zogen sich zusammen und ihre Hände landeten in der Hosentasche.
„Tut mir leid“, sagte Bella schnell. „Ich wollte nicht aufdringlich sein.“
Ich machte den Mund auf, aber ich wusste immer noch nicht was ich sagen wollte.
„Du gehst jetzt besser“, sagte sie und setzte sich auf ihren Stuhl.
„Ich – “
„Bitte“, sagte Bella leicht zischend. Sie war sauer. Auf mich? Auf sich? Ich hätte es gerne gewusst.
Ohne ein weiteres Wort ging ich aus dem Zimmer. Charlie Swan stand im Wohnzimmer und schaute mich leicht verwirrt an. Er geht schon wieder? Schade, dabei ist er doch ein ganz netter Junge. Na ja, vielleicht wird das noch mal was mit den Beiden, dachte er. Ich ging an ihm vorbei, murmelte „Auf Wiedersehen“ und kaum dass ich zur Tür raus war, rannte ich los. Ich schaute weder nach Links, noch nach Rechts. Ich wollte einfach nur zu Hause sein. Allein. Nachdenken.
Ich hatte alles vermasselt. Bella musste denken, dass sie mich in die Flucht geschlagen hatte. Sicherlich war ihr das ganze unangenehm. In Wirklichkeit hatte sie mich ja auch in die Flucht gejagt. Andererseits wollte ich ihre zarten weichen Lippen mein ganzes Leben lang küssen. Nun hatte ich die Gelegenheit verpasst. Ich hätte endlich rausfinden können, ob das Erlebnis des Küssens wirklich so war, wie Alice und die anderen es immer wieder sagten. Was hatte Sex mit Blutgier zu tun? Das Küssen etwas sexuelles war, dass wusste ich, aber warum sollte das Verlangen nach dem Blut des Partners so heftig sein? Wenn ich mich vorher ausreichend sättigen würde, könnte doch gar nichts mehr schief gehen, oder?
„Edward, da bist du ja.“ Das war Esmes Stimme. Ohne es richtig bemerkt zu haben, war ich zu Hause angekommen. Sie stand oben an der Treppe und kam schnell zu mir runtergelaufen. „Hattest du einen schönen Tag?“, fragte sie. Hoffentlich hatte Alice Recht.
„Nein“, antwortete ich auf ihre Gedanken.
„Nein?“, wiederholte Esme enttäuscht. „Schade, und ich dachte, du würdest mit strahlendem Lächeln nach Hause kommen. Alice meinte – “
„Das war ein Trugschluss. Auch Alice kann sich irren.“ Meine Stimme war nur noch ein Knurren. „Das mit Bella und mir wird nicht funktionieren.“
Esme betrachtete mich nachdenklich. Ich schaltete ihre Gedanken ab, denn ich wusste wie sehr sie sich wünschte, dass auch ich endlich mein passendes Gegenstück fand. Im Gegensatz zu Rosalie war es Esme nämlich immer peinlich gewesen mit Carlisle vor meinen Augen auf glückliches Ehepaar zu machen. Rosalie bildete sich ein, dass ich sie wollte, doch sie irrte sich gewaltig. Gesagt hatte ich ihr das nie und ich würde es auch nie. Als ich ihr selbstgefälliges Grinsen hinter der Sofalehne hervorspähen sah, war ich jedoch arg in Versuchung ihr zu sagen, dass es doch eine Frau geschafft hatte mein Herz zu berühren.
„Rose“, sagte Esme scharf. Offenbar hatte auch sie Rosalies Blick richtig gedeutet.
„Was denn?“, fragte sie grinsend und lehnte sich genüsslich zurück. „Edward hatte seine Chance. Er hat sie halt für immer verspielt. Sein Pech.“
Meine Hände ballten sich zu Fäusten.
Edward, ermahnte mich Emmett in Gedanken. Er kam gerade um die Ecke und setzte sich neben Rosalie. Lass dich nicht provozieren. Du weißt wie sie es meint.
Rosalie lehnte sich an Emmett und schaute mich feixend an. Was genug ist, ist genug. Egal war, was ich gerade zu Esme gesagt hatte. Egal war, dass Bella besser ohne mich dran war. Egal war alles, was bisher in meinem Leben passiert war.
„Du täuschst dich, Rose“, sagte ich und brachte tatsächlich ein Grinsen zustande. Ich konnte schnell umspringen, ohne das es jemand merkte. „Ich habe mich verliebt.“ Die Worte laut auszusprechen war merkwürdig. Mir lief ein Schauer über den gesamten Körper. Ich dachte an Bella.
Edward, ich habe diesen unglaublichen Drang dich zu küssen.
„Nur du hast mir gefehlt um mir das ein für alle Mal klarzumachen. Danke Rosalie.“ Ihre Gesichtszüge wurden schmal und sie funkelte mich an. Hatte ich jetzt gelogen um Rosalie zu ärgern, oder war es doch die Wahrheit und ich hatte Esme angelogen, damit man mich mit dem Thema in Ruhe ließ?
„Du machst Witze?“, fragte sie wütend.
„Nein“, sagte ich und bemühte mich ernst zu bleiben. „Ich wollte nie etwas von dir, Rose“, fügte ich noch hinzu. Die Bombe war geplatzt. Nie wieder Rosalies Eitelkeit. Nie wieder ihre Selbstsicherheit. Wie erlösend.
„Und was habe ich damit zu tun?“, giftete sie mich an.
„Du hast mich daran erinnert, dass ich noch nie verliebt war und da ich jetzt die Gelegeheit habe dies zu ändern, werde ich mein bestes dafür tun.“ Rosalie sprang ohne weiter auf mich einzugehen auf, rannte an mir vor und rempelte mich ruppig an.
Nett, dachte Emmett, der die Augen verdrehte. Ab jetzt wird das Leben mit euch beiden ja das reinste Paradies. Und er rannte Rosalie nach.
Emmett tat mir jetzt schon Leid, aber wenigstens ich würde meinen Teil dazu beitragen, dass er nicht zu extrem darunter leiden musste. Er und Rosalie waren wie für einander geschaffen und glücklich, aber wenn Rosalie merkte, wie sie aus dem Mittelpunkt glitt, war sie unausstehlich. Für sie schien das alles nur ein Spiel zu sein. Hoffentlich war das ganze jetzt ein für alle mal beendet.
Esme legte mir sanft einen Arm um die Hüfte. „Ich freu mich so für dich, Edward“, sagte sie strahlend. „Du wirst das beste aus der Situation machen. Weiß Bella wie du fühlst?“
„Nein“, antwortete ich und schaute zur Decke. Bis ich dieses Haus betreten hatte, war ich so sicher gewesen, dass Bella niemals erfahren würde, was ich für sie empfand. Auch wenn ich mich wirklich in sie verliebt hatte, hätte ich stark genug sein können um es zu unterdrücken. Aber nach der Spontanaktion mit Rosalie merkte ich, dass meine gesprochenen Worte genau das waren, was ich wollte. Und Bella fühlte genauso – oder hätte sie mich sonst küssen wollen?
„Oh Alice“, sagte Esme vergnügt. „Du hattest Recht: Edward liebt Bella. Das ist fantastisch.“ Ich blickte auf und sah Alice, wie sie aufgeregt die Treppe runtergestürmt kam.
„Hoffentlich hört Bella nicht auf Rose, sonst kann Edward sich die Liebe abschminken“, erwiderte Alice leicht gehetzt.
„Warum sollte Rose mit Bella reden?“, fragte Esme ungläubig.
„Sie wird Bella sagen was wir sind und ihr dann die Erinnerung wieder löschen“, sagte ich, nachdem ich schnell Alice’ Vision analysiert hatte.
„Was?“, schrie Esme erschrocken auf. „Das glaub ich nicht.“
„Doch“, sagte Alice. „Es stimmt.“
„Wir müssen Rose aufhalten“, sagte Esme sofort, doch ich war schon zur Tür rausgeflitzt.
Was dachte sich Rosalie dabei? Jeder wusste, was es bedeutete, einem Menschen die Erinnerung zu nehmen. War sie wirklich so gekränkt? So krank? Rosalie konnte nur wahnsinnig sein. Aus Eitelkeit ein Leben ruinieren?
„Rosalie“, schrie ich und rannte schneller. Sie hatte einen guten Vorsprung, aber meine Wut ließ mich schneller werden. Ob Alice und Esme hinter mir waren wusste ich nicht. Ich stellte mir nur Rosalies Gesicht vor und meine Zähne, die sich in ihren Hals bohrten. Sie würde sehen, wohin sie allein nur die Idee gebracht hatte, der Liebe meines Lebens wehzutun.
Sie wollte Krieg? Den konnte sie haben...


© 2009 by Blutmädchen

zum 15. Kapitel

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