A (Vampire) Dream Come True - 13. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
13. Kapitel: (Lausch)Angriff


Bellas POV

Alice tauchte an diesem Abend nicht mehr auf und ich war mehr als froh darüber. Es war wirklich eine Schnapsidee, man könnte Edward davon überzeugen, dass wir „normal“ waren. Ich nannte es einfach mal so, denn was sonst sollte Alice damit bezwecken wollen? Was sollte überhaupt das Ziel sein? Okay, Edward würde sich unseren Text anhören und dann? Jeder hatte das Recht auf eine freie Meinung und seine war ganz offensichtlich, dass Alice und ich weggesperrt gehörten.
Ich überlegte, was Charlie wohl dazu sagen würde. Wenn er wüsste, wie Edward dachte und wie ich für Edward empfand – würde er dann nicht alles dafür geben, dass wir zusammen kommen würden? Charlie wäre sicherlich der Meinung, dass ich keinen besseren als Edward Cullen finden könnte. Zumindest wenn es darum ging, mir meinen Vampirfimmel auszutreiben.
Und im stillen gab ich ihm recht. So froh ich auch war, dass Alice nicht mehr gekommen war, so schade fand ich es auch, denn das gleiche galt für Edward und ihn hätte ich sehr gerne gesehen. Irgendwie reichte mir die Schulzeit nicht mehr und wenn es eben sein musste, dann würde ich ihm alles über Vampire erzählen und nur zu gerne anflehen sich mein Gerede noch länger anzuhören. Aus dieser Sicht hatte Alice’ Plan also doch etwas positives.
Gelangweilt ging ich nach unten um Charlie noch ein wenig Gesellschaft zu leisten. Ich konnte absolut noch nicht schlafen und brauchte ein wenig Ablenkung von meinen Gedanken. Charlie sah mir meine Nachdenklichkeit sofort an. Kaum hatte ich auf dem Sofa Platz genommen und ihn angesehen, wollte ich die Zeit um zwei Minuten zurück drehen, um diese letzte Entscheidung noch einmal zu überdenken. Ich seufzte auf und tat so, als hätte ich ihn nicht bemerkt. Im Fernsehen lief Baseball, aber Charlies Blick lag immer noch auf mir. Hätte nicht gerade das große Finale stattfinden können? Dann wäre er weniger aufmerksam gewesen.
„Deine neue Freundin ist aber schnell wieder weggewesen“, sagte er und setzte sich auf.
„Ja“, erwiderte ich, die Augen starr auf die Mattscheibe gerichtet. „Sie hatte noch was wichtiges zu tun.“
Charlie grummelte und streckte sich wieder aus. „Ist auch besser so.“
„Warum?“, fragte ich überrascht.
Er schaute zum Fernseher, aber man sah ihm an, dass er sich auf etwas anderes konzentrierte. Er suchte nach Worten. „Edward ist doch dieser junge Bursche, den ich vor der Schule kennen gelernt habe, oder?“
„Du hast uns belauscht?“, schrie ich empört, ohne auf seine Frage einzugehen. Charlie kannte die Antwort. Er hatte seinen Anfang ganz geschickt gewählt. „Ich fass es nicht“, schrie ich weiter. „Hast du noch nie was von Privatsphäre gehört?“
Charlie kratzte sich am Kopf. „Weißt du, Bells, ich war so froh, als das Mädchen in der Tür stand und hatte gehofft sie könnte dich ein wenig aus deinem Bücherleben befreien und mit in den Teenageralltag ziehen. Ich glaubte, ihr würdet über Jungs reden und – “
„Dad“, brüllte ich dazwischen. „Mein Teenagerleben geht dich nichts an.“
„Du bist meine Tochter“, sagte er schlicht. „Ich würde mir wünschen, wenn du mal einen Jungen mit nach Hause bringen würdest.“
„Und wozu? Damit du mit ihm angeln gehen, oder über sonst irgendwelchen Männerquatsch reden kannst? Wenn überhaupt wäre es mein Freund und nicht dein Sohn!“ Ich war so wütend, wie schon lange nicht mehr. Immer wieder das selbe Thema.
„So habe ich das nie gesehen“, sagte Charlie leise. „Ich will einfach nur das Beste für dich.“
„Dann halt dich einfach aus meinem ‚Teenagerleben’ raus“, sagte ich verächtlich. Schnell sprang ich auf und sauste die Treppe hoch. Ich wollte nichts mehr hören und niemanden sehen. Zu groß war die Gefahr, dass ich auf das ein oder andere einschlagen würde. Charlie würde mir irgendwann noch den letzten Nerv rauben.
Als ich unten die Türklingel hörte, zog ich mir das Kissen über den Kopf und schlug die Faust immer wieder auf die Matratze. Die Wut hatte sich einfach schon viel zu lange aufgestaut und musste einfach raus.
„Bella?“
„Geh weg“, rief ich.
„Edward ist da“, antwortete Charlie nur. Ich riss entsetzt die Augen auf. Edward war doch gekommen? Mit, oder ohne Alice? Die Treppenstufen knarrten. Jemand ging wieder nach unten. Charlie holte Edward bestimmt gerade rauf. Schnell warf ich einen Blick zum Spiegel. Meine Haare waren total zersaust. Verdammt. Ich musste dringend noch mal ins Badezimmer, bevor –
„Darf ich reinkommen?“, hörte ich Edwards Stimme vor der Tür fragen. Er war also schon oben. Mist. Ins Bad konnte ich also nicht mehr. Schnell ging ich mit meinen Händen durchs Haar – was aber nicht viel brachte – ging zur Tür und machte sie auf. Edwards Anblick war einfach zum Dahinschmelzen. Es kam mir vor, als hätte ich ihn seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Sein schwarzer Rollkragenpullover spannte sich über der muskulösen Brust und seine Augen brannten wie flüssiges Gold.
„Darf ich?“, fragte Edward mit einem leichten Grinsen und schritt an mir vorbei. Ich starrte immer noch auf die Stelle, wo gerade noch seine Augen gewesen waren und konnte mich nur mit Mühe davon losreißen. Ich drehte mich so um, dass ich Edwards Blick nicht begegnete.
„Hast du Alice nicht mitgebracht?“, fragte ich. Ob er die Unsicherheit in meiner Stimme hörte? Edward setzte sich auf meinen Schreibtischstuhl. „Nein, setz dich hierher“, sagte ich und deutete auf die freie Stelle neben mir. „Ich setze mich auf den Stuhl“, sagte ich schnell um die Peinlichkeit zu überdecken. Edward musste mich für aufdringlich halten.
„Ist schon okay, ich sitze gut“, antwortete er, doch ich widersprach ihm schnell.
„Ich möchte aber lieber auf meinem Stuhl sitzen.“
„Gut“, sagte er lächelnd, stand auf und bot mir seinen Platz an. „Bitte sehr, die Dame.“ Dann setzte er sich auf mein Bett und schaute sich in meinem Zimmer um. „Schönes Zimmer.“
Ich lächele verschämt. „Noch ist es nicht fertig dekoriert“, log ich. Mein Zimmer hatte nichts wirklich Persönliches, bis auf das Bild von meiner Mutter und mir auf der Kommode. Edward sah es und grinste.
„Du warst ja ein richtig süßes Kind.“
„Du doch auch“, sagte ich automatisch. Er blickt mich leicht verdutzt an. Ich räusperte mich. „Na ja“, wich ich seinem Blick aus. „Das denke ich mir. Zumindest siehst du ja heute gut aus und es würde mich wundern, wenn du nicht auch ein gutaussehendes Kind warst.“ Ich verfluchte mich. Er sprach von „süß“, was man allgemein über Kinderbilder sagte und ich? Wie peinlich... Edward jedoch schien es nicht peinlich zu finden.
„Es gibt gar keine Kinderbilder mehr von mir. So schlimm war der Anblick.“ Er zwinkerte mir zu.
„Schade“, sagte ich. „Man muss doch Erinnerungen an seine Kindheit haben.“ Ich schaute auf das Foto und wurde mit einem Mal sehr traurig. Meine Kindheit war okay gewesen, aber meine Eltern waren schon so früh getrennt gewesen, dass ich nie beide gleichzeitig für mich hatte. Edward schien es zu bemerken, stand auf und kniete sich neben mich.
„Darf ich dich ein wenig von deinen trübsinnigen Gedanken ablenken?“, fragte er sanft. Ich blickte auf und verlor mich sofort in seinen Augen. Er war einfach zu schön. Und er war hier. Bei mir. Was noch viel schöner war. Und unglaublich.
„Edward, ich – “ Mir stockte der Atem.
„Ja?“, fragte er sanft und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. Was machte er da? Warum machte er das?
„Ich – “ Mist. Jetzt hatte ich schon einen Fuß im Feuer. Sollte ich schnell hindurchrennen und mir dann die Wunden lecken, oder war das Feuer doch nicht so heiß wie es aussah, und ich konnte schnell hindurchrennen und mir im schlimmsten Falle eine Brandblase zuziehen? Mein Herz entschied sich für letzteres und mein Kopf steuerte meine Füße so schnell, dass es kein zurück mehr gab. „Edward, ich habe diesen unglaublichen Drang dich zu küssen.“

© 2009 by Blutmädchen

zum 14. Kapitel

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