A (Vampire) Dream Come True - 12. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
12. Kapitel: (Vampirische) Freundschaft?


Bellas POV

Endlich zu Hause, dachte ich seufzend, flitze in mein Zimmer, schmiss mich aufs Bett und zog mir ein Kissen über den Kopf.
"Du bist ganz schön naiv, Bella, weißt du das?"
Naiv. Das Wort raste wie ein Messerschwarm in meinem Körper herum und stach auf alles ein, was es vor die Klinge bekam. Naiv. Naiv. Naiv. Edward hatte gesagt ich sei naiv. Weil ich Vampire eher anziehend, als Angsteinflößend fand?
"Aber irgendwie gefällt mir deine Naivität."
Das hätte er sich echt sparen können, dachte ich sauer. Und dann dieses Lächeln. Ausnahmsweise ließ es mich nicht dahin schmelzen. Es war eher ein gar nicht wirkendes Trostpflaster, womit er seine Worte wieder gut machen wollte. Ich zog mir das Kissen dichter ans Gesicht und fing an zu weinen. Ich wusste, dass es völlig lächerlich war, aber ich konnte es nicht aufhalten. Charlie hatte vielleicht Recht. Mein Vampirfanatismus brachte mich um jegliche Chance ein normales Menschenleben zu führen. Der Junge, in den ich mich verliebt hatte, nannte mich deswegen naiv. Das war die Höchststrafe.
Wütend funkelte ich das Regal an, in dem all meine gesammelten Bücher und Filme standen. Es war, als würden sie mich auslachen. Ganz nach dem Motto: Hast Du es etwa erst jetzt verstanden?
Ich sprang aus dem Bett und fegte die Bücher mit einem Schlag vom Regalbrett. Ich schrie und keuchte und räumte jedes Fach leer. Dann taumelte ich fiel erschöpft auf den Boden. Quer zwischen den aufgeklappten und umgeknickten Büchern legte ich mich hin und rollte mich zusammen. So einen Gefühlsausbruch hatte ich schon lange nicht mehr gehabt. Sonst achtete ich immer peinlichst genau darauf, dass kein einziges Eselsohr an meine Bücher kam, jetzt ignorierte ich es. Ich empfand sogar ein kleines Gefühl der Befreiung. Am liebsten hätte ich alle Bücher und DVD’s auf den Müll geschmissen, wäre dann zu Edward gegangen und hätte ihm gesagt, dass mir Vampire ab sofort egal wären. Zu meiner Schande musste ich mir jedoch eingestehen, dass es sicherlich nichts an Edwards Meinung über mich ändern würde. Und so ganz nebenbei könnte man kein langjähriges Hobby einfach so aufgeben.
„Für Edward schon“, sagte ich laut und ohne zu überlegen. Und es stimmte. Wenn Edward mich mehr mögen würde, wenn ich kein Fan von Mythen und Legenden wäre, dann würde ich es aufgeben. Und ich würde es mit Freuden tun. Aber nur für Edward. Denn ich wusste, dass er allein schon soviel ausstrahlte, wie alle Vampire in meinen Büchern.
„Bella?“, ertönte es von der Tür. Charlie musste den Lärm, den ich veranstaltet hatte, wohl mitbekommen haben. „Bella?“, fragte er erneut und ich ging zur Tür. „Ist alles in Ordnung mit dir?“
„Ja“, antwortete ich und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht, ehe ich ihm öffnete. Doch Charlie war nicht allein. Vor mir stand ein kleines, schwarzhaariges Mädchen, dessen Stachelfrisur genauso auffallend war, wie ihre goldenen Augen. Ich wusste wer sie war. Ich hatte sie schon oft in Edwards Nähe gesehen und die Ähnlichkeiten ihrer Augen und ihres Teints waren mehr als offensichtlich. Alice Cullen. Edwards Schwester. Ihre goldenen Augen schauten mich freundlich an. Ich konnte nichts sagen.
„Ich habe mehrfach nach dir gerufen“, sagte Charlie. „Aber du hast so einen Krach gemacht, dass du mich wohl nicht gehört hast.“ Er nickte zu Alice. „Du hast Besuch.“
„Hallo“, murmelte ich endlich. „Du bist Edwards Schwester, nicht wahr?“ Ich stellte die Frage, ohne nachzudenken und spürte wie Charlie mich grinsend anstarrte.
„Ich lass euch dann mal allein“, sagte er leise und verschwand die Treppe hinunter. Alice sah ihm lächelnd nach und strahlte mich dann wieder an. Ihr Ausdruck war so fröhlich, dass ich nicht anders konnte, als zurück zu lächeln.
„Komm doch rein“, sagte ich und trat beiseite, damit sie eintreten konnte. Das Chaos hatte ich fast schon vergessen. „Bitte entschuldige, ich musste gerade ein wenig Druck ablassen. Sonst sieht es hier eigentlich ordentlich aus.“
Alice lächelte mich an. „Ist nicht so schlimm. Komm, ich helfe dir alles wieder einzuräumen.“
Ich wollte ablehnen, aber Alice hatte sich schon den Arm voller Bücher geladen und marschierte zum Regal um sie einzuräumen. Das schlechte Gewissen meldete sich in mir. Ich hatte meine Bücher schlecht behandelt und ich bereute es. Vorsichtig stapelte ich mir ein paar auf die Arme und sortierte sie ein. Dabei bemerkte ich, dass Alice meine Bücher seltsamerweise genauso einsortierte, wie sie vor meiner Holzfälleraktion gestanden hatten. Verblüfft öffnete ich den Mund. „Du sortierst sie sogar“, sagte ich. „Genauso standen sie vorher.“ Ich war immer noch ganz baff. Alice nahm mir meine Bücher aus der Hand und sortierte weiter ein. Sie strahlte unablässig.
„Weißt du“, sagte sie mit hoher fröhlicher Stimme. „Ich bin selbst ein Buchliebhaber und sortiere nach Erscheinungsjahr, damit alles seine Ordnung hat. Auch wenn ich dich kaum zu kennen scheine, denke ich, dass du es genauso machst, oder?“ Sie setzte ihr zuckersüßes Lächeln auf.
„Ja“, stammelte ich. „Aber woher weißt du, in welcher Reihenfolge meine Bücher erschienen sind?“
Alice wirkte kurz verunsichert und guckte, als hätte ich sie bei etwas Verbotenem ertappt. Schnell fing sie sich wieder und sagte: „Ich habe fast die selben Bücher. Und genau deswegen
bin ich auch hier.“ Jetzt sprudelten die Wörter nur so aus ihr heraus. „Ich habe mitbekommen wie du mit meinem Bruder Edward über Vampire geredet hast und da ich, im Gegensatz zu ihm – “ Ihre Augen verfinsterten sich einen Moment. „ – Vampire mag, dachte ich mir, ich komme dich mal besuchen und vielleicht werden wir ja Freunde. Du wohnst erst seit kurzem in Forks, oder?“
Ich hatte Mühe ihre schnellen Worte aufzufassen und zu verarbeiten. Mein Verstand sprang von Edwards Namen zu dem Wort Freunde. In Gedanken wiederholte ich das Wort ein paar Mal, ehe ich verstand, was sie meinte. Abwartend sah sie mich an. Ich machte den Mund auf, aber ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte. Vor ein paar Minuten war ich noch bereit gewesen meine Bücher auf den Müll zu schmeißen, nur um Edward etwas näher kommen zu können und jetzt stand Alice Cullen in meinem Zimmer und es klang, als würde sie mir eine Freundschaft anbieten, weil sie von meiner Leidenschaft für Vampirgeschichten gehört hatte. Noch dazu ein Mädchen, dass ich gar nicht kannte, mit der ich noch nie ein Wort gewechselt hatte und die, um dem ganzen die Krone aufzusetzen, noch Edwards Schwester war. Erst wurde ich mit Schlamm übergossen und dann, als würde man mich dafür belohnen, mit Gold. Es kam mir vor als würde ich zwischen zwei Jahrhunderten hin und her pendeln.
Ich begann zu stammeln, aber es war nur unverständliches Gebrabbel. Alice schaute verständnisvoll.
„Ich verstehe schon. Das muss ein ziemlicher Überfall für dich sein.“
Ich nickte schwach.
„Tut mir leid“, sagte sie. „Aber es ist nicht leicht jemanden zu finden, der das selbe Hobby hat. Schon gar nicht, wenn es eines wie das unsere ist.“ Alice strahlte wieder über beide Backen. „Edward ist da ziemlich altmodisch, weißt du. Er war schon immer eher der Realitätsfreak.“ Plötzlich lachte Alice laut auf. Ich starrte sie nur an und verstand nicht, was sie so witzig fand.
„Was ist so lustig?“, fragte ich sie.
Alice gluckste. „Edward und Realitätsfreak. Ausgerechnet Edward.“ Sie lachte wieder. Dann wurde sie mit einem Schlag wieder ernst. „Bei Edward gab es bisher eigentlich nur ganz oder gar nicht, aber mittlerweile ist es schwierig ihn zu verstehen.“
„Das verstehe ich nicht“, gab ich zu.
„Musst du auch nicht“, sagte Alice. „Noch nicht“, zwinkerte sie. „Vielleicht kann ich es dir ja irgendwann erklären.“
Ich hoffte es. „Dann erklär mir bitte mal was anderes“, sagte ich. Sie nickte. „Okay, also“ Ich zögerte. „Wie komme ich zu der Ehre?“, fragte ich und deutete auf sie.
Alice verstand mich sofort. „Wie ich schon sagte, hoffe ich, dass wir Freunde werden können und ein wenig über Vampire quatschen können.“
„Du meinst das ernst?“, fragte ich zweifelnd.
„Ja klar, warum sollte ich das nicht ernst meinen? Wie du mitbekommen hast kann man mit Edward nicht über so etwas reden.“ Sie zuckte die Schultern. „Und wie ich sehe haben wir so ziemlich den gleichen Büchergeschmack. Ich fände es toll, wenn wir mal was gemeinsam machen könnten.“
Sie sagte es mit so einer Selbstverständlichkeit, die mir fremd war. Sie war fremd, aber wir schienen dennoch vieles gemeinsam zu haben.
„Okay“, sagte ich schließlich. „An was hattest du denn gedacht?“
Alice guckte schuldbewusst. „Weißt du, ich möchte mal eine richtige Diskussion mit Edward führen und zu zweit sind wir bestimmt unschlagbar.“ Sie zwinkerte mir zu.
„Edward?“ fragte ich perplex. „Worüber willst du mit ihm diskutieren?“
Alice seufzte. „Bella, verstehst du mich nicht? Ich habe in dir eine Verbündete gefunden. Endlich habe ich die Chance Edward aus der Reserve zu locken, denn er hat mir nie gesagt, was er von meinem Hobby hält. Dabei merke ich, wie er mich immer anguckt und ich habe die Nase davon voll. Wenn wir eine kleine Gesprächsrunde davon machen, kann ich ihm vielleicht endlich entlocken, wo sein Problem liegt.“
„Aber ist das nicht offensichtlich?“, fragte ich lächelnd. „Er ist halt ein Mensch, der Bodenständig ist. So jemanden sollte man besser in Frieden lassen.“
Und das war der einzige Weg. Der Vernünftigste. Vor allem, wenn wir uns Edwards Spott ersparen wollten.
„Komm schon, Bella“, flehte Alice. „Zusammen können wir das schaffen.“
Sie sah mich so traurig an, dass ich mich plötzlich sagen hörte: „Okay, okay. Ich helfe dir. Wann fangen wir an?“
Alice schrie auf. „Jippi. Danke, Bella, danke. Du bist die beste. Das wird großartig!“ Sie umarmte mich und hüpfte auf und ab. „Jetzt muss ich aber los“, trällerte sie vergnügt. „Ich sollte Edward ja vorwarnen. Bis später Bella. Wir kommen dann zu dir, okay?“ Und ohne meine Antwort abzuwarten hüpfte sie zur Tür hinaus. „Also abgemacht, bis später.“
Ich blieb auf dem Boden sitzen. Hatte ich das eben nur geträumt?


Alice' POV


Gut gelaunt und mit dem Gefühl etwas geschafft zu haben, verließ ich das Haus von Charlie Swan. Das breite Grinsen auf meinem Gesicht würde Edward ganz sicher nicht gefallen, aber ich wusste, dass dieser Kerl einen Tritt in sein Glück verdient hatte. Von selbst würde er nie den ersten Schritt auf Bella zu machen.
„Das liegt vielleicht daran, dass ich weiß was gut für sie ist“, sagte Edwards Stimme über mir. „Im Gegensatz zu dir.“ Ich sah nach oben und erspähte in auf einem Ast. Mühelos sprang ich hoch und setzte mich neben ihn. „Ganz schön raffiniert so zu tun, als hättet ihr das selbe Hobby“, murmelte Edward säuerlich. „Sei froh, dass sie nie rausfinden wird, was du wirklich bist“, fügte er hinzu. „Kaum auszuhalten, mit welchen Augen sie dich dann sehen würde.“
Ich sah die Zukunft klar und deutlich. Doch es gab zwei Versionen. Die freiwillige Version, in der Edward Bella in die Familiengeheimnisse einweiht und die unfreiwillige Version, in der Bella selbst herausfindet das es wirklich Vampire gibt. Die freiwillige Variante war klarer und nahm stärkere Konturen an.
„Und wie lange spionierst du schon?“, fragte ich mit unbezwungenem Grinsen. Edward ignorierte mich.
„Du wirst dieses Treffen absagen, Alice“, befahl er. „Und halt dich von ihr fern.“ Dann sprang er runter und rannte in den Wald.
Edward wusste, dass ich niemals auf ihn hören würde. Lächelnd sprang ich auf den Boden und rannte ihm nach.

© 2009 by Blutmädchen

zum 13. Kapitel

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