A (Vampire) Dream Come True - 10. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
10. Kapitel: (Un)Entschlossenheit


Alice' POV

Edward , dachte ich. Komm mal eben zu mir rüber. Ich sah ihn trotzdem weiterlaufen. Was ein sturer Kerl. Mensch, Eddie, bitte. Ich will mit dir reden. Und bevor er mich, wie von ihm beabsichtigt, von hinten anfallen konnte, drehte ich mich um und hielt seinen Arm in der Bewegung fest.
„Schön, dass du dich auch noch mal blicken lässt“, sagte ich gut gelaunt.
„Alice, hör einfach damit auf, okay? Ich habe keine Lust ein Teil deiner Wunschliste zu werden“, fauchte er. Seine Härte ließ mich völlig kalt. Schließlich wusste ich mehr als er. „Das spielt keine Rolle“, kommentierte er sofort und wollte gehen, doch ich hielt ihn am Arm fest. „Alice, lass mich los, ich muss zum Unterricht!“
„Als wenn es irgendeinen Lernstoff gäbe, denn du noch nicht kennst“, erwiderte ich und zog ihn in ein leeres Klassenzimmer. „Hier können wir ungestört reden.“
„Es gibt nichts zu reden!“
„Du bist aber auch wieder stur, Edward. Ich will dir doch nur helfen.“ Langsam machte er mich wütend. Verstand er denn nicht, wie viel sich zum Guten wenden konnte?
„Gut?“, sagte er zornig. „Was soll daran gut sein, sich auf ein Mädchen einzulassen, dass komplett anders denkt, als ich? Ich hasse das, was ich bin und wenn Bella wirklich so einen Vampirfimmel hat kann nichts aus uns werden. Ganz gleich wie sehr ich es – “ Er brach ab. Mir riss die Kinnlade nach unten. Als er mein Gesicht sah presste er seine Hand auf den Mund und rieb sich die Stirn. „Vergiss es, Alice.“
Ich brauchte ein bisschen um die Wörter in die richtige Reihenfolge zu bringen. „Edward“
„Nein“, sagte er sofort. Er wusste woran ich gerade dachte. Er und Bella, wie sie voneinander tranken. „Hör auf, Alice“, sagte er und ich spürte seine Verzweiflung. Ohne zu zögern nahm ich ihn in den Arm.
„Du willst vor etwas fliehen, was dich längst kontrolliert. Du kannst nicht vor Bella flüchten. Immer wenn ihr zusammenseid, nimmt die Zukunft Farbe an – “
„Dann weiß ich ja, dass ich mich von ihr fernhalten muss“, unterbrach Edward mich prompt und drehte sich um. Aber ich war absolut nicht bereit ihn jetzt gehen zu lassen. Nicht, wenn er kurz davor stand, zuzugeben, was er wirklich fühlte. „Alice“, knurrte Edward. „Hör auf mich zu nerven. Da passiert gerade nichts und es wird niemals etwas passieren.“
„Chief Swan wäre mit dir als Schwiegersohn ganz sicher einverstanden“, sagte ich trocken.
Edward fuhr herum und starrte mich feindselig an. „Du bist die schlimmste Schwester der Welt!“
„Ich weiß“, gab ich unbeeindruckt zu, schließlich war es nicht das erste Mal, dass er mich so nannte und hinterher dankbar war.
„Das. Wird. Nicht. Passieren.“ Sein Knurren wurde immer lauter.
„Chief Swan ist von dir begeistert, Edward“, sagte ich wieder.
„Mensch Alice, du hast ihren Vater selbst gehört. Sie soll sich von Vampiren fernhalten, da bin ich dann ja wohl kaum der Richtige für sie, oder?“
„Ach, Edward, hör auf, alles auf die Goldwaage zu legen. Als wenn Chief Swan an Vampire glaubt. Er meint ihre Bücher“, gab ich nun zornig zurück.
„Na dann können wir seinem Glauben ja mal auf die Sprünge helfen“, sagte Edward und ich glaubte es kaum: Ein Lächeln zierte seine Lippen und seine Zähne schossen hervor. „Wir erzählen ihm die Wahrheit, du wirst endlich aus deiner Traumwelt – dass alles einfach ist – gerissen, und dann löschen wir sein Gedächtnis. Würde garantiert spaßig werden.“ Er lächelte immer noch.
Es war nicht Edwards Vorschlag, der meine Wut zum kochen brachte, sondern die Absicht der Liebe seines Lebens wehzutun. Jeder Gedächtnisverlust konnte zu einem nicht mehr reparablen Schaden führen und besonders Edward war gegen so einen Eingriff gewesen. Ich erinnerte mich nur zu deutlich an die Situation, als ein Mädchen Edward dabei beobachtete, wie er aus einer Blutkonserve trank. Er hatte sich dagegen gewehrt ihr Gedächtnis zu löschen, obwohl die Gefahr, dass sie es überall rumerzählte, sehr hoch war. Nur mit viel Überzeugungskraft konnte Carlisle Edward überzeugen, es doch zu tun. Danach war Edward sehr verschlossen.
„Hör auf in der Vergangenheit zu kramen“, sagte er unbeeindruckt. „Die Zeiten haben sich eh geändert. Außerdem, wer würde Bella schon glauben. Sie ist doch eh eine kleine Spinnerin.“
Ich starrte ihn nur an. Doch ehe ich etwas sagen konnte, nahm ein Bild in meinem Kopf gestalt an. Edward, kniend vor Bella, wie er sich für seinen heutigen Satz entschuldigte, aber Bella verstand nichts, doch Edward flehte sie an es zu verstehen, da er diese Last nicht länger tragen wollte.
„Für einen Moment dachte ich, ich hätte dich überzeugt“, murmelte er. Langsam kam er zu mir. „Es tut mir leid, Alice. Ich weiß, du meinst es nur gut, aber ich kann einfach nichts mit Bella anfangen.“
„Warum nicht?“, fragte ich nur. Das vorherige Gespräch wollte ich einfach nur vergessen, vor allem, da Edward seine gespielte Coolness abgelegt hatte.
Edward zögerte. „Ich habe Angst es zu sagen“, sagte er und schaute zu Boden. Wieder starrte ich ihn nur an. So hatte ich Edward noch nie erlebt. Erst gespielt cool, als würde ihn das alles gar nichts angehen, eine Maske, die ihm absolut nicht stand und nun unsicher und verletzt.
„Ich glaube ich weiß was du meinst“, sagte ich und nahm seine Hand. „Du bist wirklich in Bella verliebt und kämpfst dagegen an.“
Er nickte, schüttelte dann aber den Kopf. „Das ist nicht zum aushalten. Wenn ich an sie denke spielt mein Körper verrückt. Und wenn ich sie sehe, will ich am liebsten über sie herfallen, ihr Blut schmecken, ich will sie aber auch beschützen – vor mir, denn es würde ihr nicht gut tun, sich auf mich einzulassen.“
„Edward, du argumentierst immer wieder gleich. Ich glaube hier geht es nicht darum, dass du Bella nicht verletzen willst. Du hast vielmehr Angst, dich selbst zu verändern. Du kennst nur ein Leben in Einsamkeit. Lass es doch einfach zu, Edward.“ Ich sah ihn eindringlich an und nun erwiderte er meinen Blick. Er war fertig mit den Nerven. Dass hatte ich schon lange gespürt, aber seine Maske ließ nie zu, dass man ihm ins Herz blicken konnte.
„Herz“, höhnte Edward. „Mein Herz schlägt schon lange nicht mehr, aber Bellas Herz... Ich liebe ihren Herzschlag. Er soll niemals Stillstehen.“
Ich wollte ihm sagen, dass die Zukunft alles klären würde, aber er würde es eh nicht glauben. Bei Edward mussten einfach Taten folgen, die ihn dann überzeugten. Ich unterdrückte meine Idee.
„Egal was es ist, Alice, verschwende deine Zeit nicht“, sagte er.
„Ich werde jedenfalls nicht zusehen, wie du deine Zukunft an dir vorbeiziehen lässt.“ Ich drehte mich um. Edward fing mich direkt ab.
„Bitte, Alice. Tu mir das nicht an.“ Seine Augen schauten in meine. Seine Verzweiflung traf auf meine Entschlossenheit. Würde ich hart bleiben und meinen Weg gehen, dann würde auch seine Verzweiflung verschwinden. Ich musste also am Ball bleiben.
„Ach mach doch was du willst“, sagte er und ging.
„Worauf du dich verlassen kannst“, rief ich ihm hinterher, worauf ich nur eine rüde Handgeste zurück bekam. Mein Lächeln kehrte zurück. Edward war nicht stark genug, sich lange zu kontrollieren. Irgendwann würde er aufgeben und ich sollte langsam damit anfangen ihm den roten Teppich auszurollen.

© 2009 by Blutmädchen

zum 11. Kapitel

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