A (Vampire) Dream Come True - 1. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
1. Kapitel: Eine Leidenschaft für (Vampir) Bücher

Bellas POV

Ein anstrengender Umzugsstag lag hinter mir. Völlig erschöpft ließ ich mich rückwärts aufs Bett fallen und hätte am liebsten die Augen geschlossen. Der nächste Tag, der erste Tag in der neuen Stadt, mein erster Tag an einer neuen Schule, würde so oder so noch schlimm genug werden.
Den ganzen Tag hatte ich mich abgehetzt, weil ich ein klares Ziel vor Augen hatte: Ich wollte unbedingt mein Buch fertig lesen!
Die Nacht vor dem Umzug hatte ich mein neues Buch zum ersten Mal aufgeschlagen und konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Als Charlie dann morgens in mein Zimmer platzte und mich mit dem Buch im Bett vorfand, war er ziemlich sauer gewesen. „Du liest mal wieder die ganze Nacht durch und nachher klagst du über Müdigkeit und kannst nicht mehr richtig mit anpacken.“ Dann hatte er mir mit den Worten „Du bekommst das Buch zurück, wenn wir den Umzug geschafft haben und in Forks sind“ das Buch entrissen und war wie ein wütender Elefant aus meinem Zimmer gepoltert. Ich hasste es so behandelt zu werden, und sträubte mich auch nur ansatzweise einen Finger krumm zu machen, aber nach einer Weile durchströmte mich eine Motivation, die mich mit doppelter Geschwindigkeit die Möbel und Umzugskartons anpacken ließ, während Charlie aus dem Staunen nicht mehr rauskam. Ich flitzte zwischen Haus und Möbelwagen hin und her, dass Charlie nur noch fragte was ich genommen hätte, worauf ich nur fies erwiderte, ob er nicht auch endlich mal mit anpacken könnte. Zusammen hatten wir es dann schnell geschafft und machten uns auf in unsere neue Heimat.
In Forks angekommen war meine Motivation noch größer, denn ich spürte das Ende der Geschichte näher rücken. Charlie schüttelte nur den Kopf.
Als alle Kartons und Möbel im neuen Haus Platz gefunden hatten machte ich mich an den Aufbau meiner Leseecke. Das einzig wahre, was ich am nötigsten in meinem Zimmer brauchte. Zum Glück bekam ich das Zimmer mit der großen Fensterbank, auf der ich mir es direkt gemütlich machte. Ein paar Kissen, zwei Decken, meine Fotocollage von meinen Freunden aus Phoenix, eine Flasche Orangensaft, eine Flasche Wasser – jetzt fehlte nur noch mein Buch.
Grinsend streckte ich meine Finger nach dem Buch aus und Charlie gab es mir wieder.
„Wir bauen morgen dann die Möbel auf, Bells, okay?“, fragte er und ich nickte nur. Ich wollte so schnell wie möglich in meine Leseecke. „Hey Bells, jetzt schalt doch bitte mal einen Gang runter. Dein Buchfanatismus ist ja nicht mit anzusehen.“ Ich bemühte mich meine Ungeduld zu zügeln, konnte sie aber nicht ganz unterdrücken. Meine Finger tippten hinter meinem Rücken auf den Buchumschlag und meine Füße wippten ungeduldig.
„Denk aber bitte ans Schlafen. Morgen ist Schule. Ich fahr dich dann hin, in Ordnung?“
„In Ordnung, Dad.“ Ich umarmte ihn schnell und stürmte dann nach oben. „Gute Nacht.“
„Nacht, Bells“, hörte ich Charlie noch sagen und dann etwas leichter, aber dennoch gut für meine Ohren verständlich. „Wie kann man nur so vernarrt in Bücher sein.“
Ich schlüpfte schnell ins Bad, putzte mir die Zähne und schlüpfte dann in meinen Schlafanzug, bestehend aus Hot Pants und Top, ich war zu faul um in den Kartons nach was passenderem zu kramen.
Schnell schlüpfte ich unter meine Decke, legte meinen Kopf an das Kissen, was ich an der Wand befestigt hatte und schlug das Buch auf. „Bloody Love“ von Tessa R. Johnson. Schon als ich die ersten Seiten gelesen hatte, war der Funken der Icherzählerin Faith auf mich übergesprungen. Die Geschichte handelte von einem Mädchen, das von der Idee gefangen war ein Vampir zu werden. Sie glaubte an Vampire, was sie oft zu einer Ausgestoßenen machte, da jeder, dem sie davon erzählte, sie für völlig verrückt erklärte. Doch ihr fester Glaube an eine andere Welt war so stark, dass ihr reales Leben drohte in sich zusammenzufallen. Die Schule wurde unwichtig und sie sackte immer mehr ab. Am Ende landete sie auf der Straße und konnte sich nur mühsam über Wasser halten. Als sie dann dem schönen Andrew begegnete wachte Faith endlich auf und erkannte den wahren Wert des Lebens. Sie setzte alles daran Andrews Herz zu gewinnen und fand schließlich etwas heraus, was sie an ihrem Verstand zweifeln ließ. Andrew war ein Vampir!
Wenn es so etwas im wirklichen Leben bloß geben würde, dachte ich sehnsüchtig. Andrew war einfach der perfekte Mann, den sich jede Frau nur wünschen würde. Loyal, gutmütig, charmant, klug, witzig und unglaublich romantisch.
Gierig blätterte ich zum letzten Kapitel. Würde Faith auch ein Vampir werden? Diese Frage geisterte mir den ganzen Tag durch den Kopf und ließ mich einfach nicht los. Zum Glück blieb ich mir selbst treu und widerstand dem Drang die letzte Seite zuerst zu lesen.
„Andrew, ich liebe dich und ich will für immer mit dir zusammen sein. Bitte verwandle mich.“
„Faith, ich liebe dich auch, aber bist du dir sicher, dass du diesen Schritt gehen möchtest?“
„Ja, ich bin mir sicher. Schon früher war es mein Wunsch in die Unsterblichkeit einzutreten, doch da wusste ich nicht, was ich heute weiß. Mit dir wird die Ewigkeit das schönste sein, was es für mich geben kann.“

Faith hatte sich also ihren Traum erfüllen können. Wie ich sie beneidete. In manchen Punkten waren wir uns ja ähnlich, keine Frage, doch ich würde niemals sagen, dass ich an Vampire glaubte. Ich liebte diese mysteriösen Wesen, sie faszinierten mich. Jedes Buch, jeden Film sog ich in mir auf und stellte mir immer wieder vor mit der weiblichen Hauptrolle tauschen zu können. Meine beste Freundin fand solche Filme immer lästig. „Warum verlieben sich eigentlich immer nur Frauen in Vampire? Das ist so klischeehaft. Immer sind es die Frauen, die den Männern zu Füßen fallen.“ Damit hatte Zoe eindeutig recht, aber andersrum wäre es nun mal nicht ansprechend gewesen. Nur wir Frauen konnten auf so einen Zirkus reinfallen. Ich war mir dessen sehr wohl bewusst und doch hielt mich das nicht von solchen Geschichten ab. Eher im Gegenteil, ich war süchtig danach. Meine private Vampirbibliothek umfasste über hundert Bücher und Filme. Es war eine Leidenschaft, ein Hobby, genauso wie andere eben reiten gingen oder Fußball spielten.
Glücklich legte ich das Buch beiseite und schaute aus dem Fenster. Der Anblick der Sterne war überwältigend. Sofort suchte ich nach meinem Stern, den mir Mom damals geschenkt hatte als ich wegen entzündeter Mandeln im Krankenhaus lag. Ein Stern, der meinen Namen trug. Als ich das Sternbild Cassiopeia fand sah ich endlich auch meinen Stern.
Jeden Abend vor dem Schlafengehen musste ich mich überzeugen, dass ihn noch keiner vom Himmel geklaut hatte und das alles nur, weil der Vampir James in „Forever Dawn“ seiner Menschenfreundin Vanessa gesagt hatte „Eines Tages hole ich dir deinen Stern vom Himmel.“
Ich wartete auch auf diesen Menschen, aber ich wusste, dass dieser Mensch kein Vampir sein würde. Lächelnd schlief ich ein.

© 2009 by Blutmädchen

zum 2. Kapitel

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